Knapp 16'000 ausländische Soldaten kämpfen für Ukraine
Laut Kiewer Behörden verteidigen fast 16'000 Ausländer aus 72 Staaten die Ukraine – fast 40 Prozent kommen aus Lateinamerika.

Fast 16'000 ausländische Staatsbürger aus 72 Ländern kämpfen derzeit für die Ukraine im Abwehrkrieg gegen Russland. Das berichtet das «SRF» unter Berufung auf offizielle Stellen aus Kiew.
Knapp 40 Prozent dieser Freiwilligen stammen laut der zuständigen Militärbeauftragten Olha Reschetylowa aus Ländern Lateinamerikas. Reschetylowa äusserte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zu den neuen Zahlen.
Die Angaben aus Kiew können jedoch nicht unabhängig überprüft werden. Insgesamt zählt die ukrainische Armee nach Präsident Selenskyjs eigenen Angaben rund 880'000 Soldaten, so das «SRF».
Westliche Milliarden finanzieren den Soldboom
Die Ukraine finanziert die massiven Solderhöhungen und die Auslandsrekrutierung direkt aus Finanzhilfen. Die «Telepolis» hält fest, dass die Liquidität für diese Sold-Offensive unmittelbar aus westlichen Töpfen stammt.
Die EU stellte der Ukraine dafür ein Darlehen über 90 Milliarden Euro (84 Milliarden Franken) zur Verfügung. Die Verteidigungsausgaben steigen damit auf rund 97 Milliarden US-Dollar (78,7 Milliarden Franken).
Zusätzlich fordert Kiew von seinen Verbündeten weitere 20 Milliarden US-Dollar (16,2 Milliarden Franken) für Fernschläge gegen russische Infrastruktur. Ohne diese europäischen Finanzhilfen wäre das ambitionierte Rekrutierungsprogramm laut «Telepolis» schlicht nicht finanzierbar.
Ukraine plant grossangelegte Auslandsrekrutierung
Im Juni kündigte der damalige Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow eine weitreichende Reform an. Laut dieser sollen künftig bis zu 50 Prozent der Sturmtruppen und Infanteristen aus ausländischen Legionären bestehen.

Kiew will für diesen Zweck weltweit mit einem durchschnittlichen Sold von rund 5800 Euro (etwa 5427 Franken) monatlich rekrutieren. Die Anwerbung soll dabei über private Rekrutierungsunternehmen weltweit erfolgen, berichtet die «Weltwoche».
Der ehemalige Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyi erklärte das Ziel öffentlich. Man öffne den «Rekrutierungsmarkt für Ausländer», um Kampfeinheiten zu stärken und ukrainische Soldaten zu schützen, berichtet die «Telepolis».












