Ukraine: Fedorow weiter bereit für Verteidigungsministerium
Auch zwei Wochen nach seiner Entlassung ist der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow eigenen Angaben nach weiter zur Rückkehr ins Amt bereit. «Zu 100 Prozent», sagte Fedorow in einem Interview für das Internetportal «Ukrajinska Prawda». Das sage er vor allem der «aktiven Gesellschaft».

Für seine Wiedereinsetzung finden täglich kleinere Demonstrationen in Kiew und anderen Städten statt. Dem Ex-Minister seien zwar mehrere neue Positionen angeboten worden, doch werde er keinen «dekorativen Posten» bekleiden, sagte er.
Den konkreten Anlass für seine Entlassung kennt Fedorow eigenem Bekunden nach nicht. Mit dem nach ihm entlassenen Armeechef Olexander Syrskyj habe er keinen persönlichen Streit gehabt. «Das war mehr ein weltanschaulicher Konflikt», sagte der Ex-Minister. Er habe auch keine Entscheidungen des Generalstabes blockiert.
Zugleich warf Fedorow Mitarbeitern im Verteidigungsministerium vor, im Interesse von Rüstungsunternehmen zu handeln. Private Firmen bestimmten teilweise, wer Abteilungsleiter im Ministerium werde, sage er. Zudem nähmen Strafverfolgungsbehörden Einfluss auf «bestimmte Abläufe». Beispiele dafür nannte er nicht. Medienberichten zufolge hat das aus dem Präsidentenumfeld stammende Unternehmen Fire Point einen Grossteil von Aufträgen zur Drohnenproduktion erhalten, was Fedorow zugunsten anderer Firmen ändern wollte.
Fedorow wurde vor knapp zwei Wochen im Rahmen eines Regierungsumbaus nach nur etwa sechs Monaten im Amt entlassen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Geheimdienstler Jewhenij Chmara kommissarisch als Verteidigungsminister eingesetzt. Seine reguläre Ernennung durch das Parlament wird nach der Sommerpause Ende August erwartet.
Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen die von Russland betriebene Invasion. In der Kriegszeit ist Chmara bereits der fünfte Verteidigungsminister.










