Easyjet streikt mitten in Schweizer Herbstferien
Das portugiesische Kabinenpersonal der Fluggesellschaft Easyjet will streiken – und das mitten in den Schweizer Herbstferien.

Das Wichtigste in Kürze
- Rund 500 Flüge fallen im Oktober aus – auch Verbindungen aus der Schweiz.
- Easyjet streicht bereits Flüge nach Lissabon, Porto und Faro.
- Die Gewerkschaft fordert bessere Löhne und planbarere Arbeitszeiten.
Wer Anfang Oktober einen Flug nach Portugal gebucht hat, sollte seine Verbindung rasch überprüfen.
Das portugiesische Kabinenpersonal der Billigfluggesellschaft Easyjet hat einen mehrtägigen Streik angekündigt. Betroffen sind auch Flüge ab den Schweizer Flughäfen Basel, Zürich und Genf.
Die Gewerkschaft SNPVAC hat laut dem Nachrichtenportal «Euronews» zwei Streikperioden bekanntgegeben. Die erste dauert vom 2. bis 6. Oktober, die zweite vom 19. bis 23. Dezember. Easyjet hat bereits Verbindungen nach Lissabon, Porto und Faro annulliert.

Allein während der fünf Streiktage im Oktober sind rund 500 Easyjet-Flüge von dem Ausstand betroffen. Darunter fallen auch Abflüge aus der Schweiz. Wie viele Passagiere aus der Schweiz konkret betroffen sind, ist noch nicht bekannt.
Mitten in Herbstferien
Der Zeitpunkt des Arbeitskampfs ist für viele Familien ungünstig. In Basel fallen die Streiktage mitten in die Herbstferien. Im Kanton Zürich beginnen die Schulferien am 5. Oktober – das erste Ferienwochenende liegt damit ebenfalls innerhalb der Streikphase.
In Genf starten die Herbstferien erst später im Oktober. Reisende aus der Romandie sind von der ersten Streikwelle deshalb weniger betroffen. Für Dezember ist noch offen, welche Verbindungen konkret gestrichen werden.

Easyjet hat die annullierten Flüge bereits kommuniziert. Betroffene Passagiere sollten ihre Buchung direkt bei der Airline oder über das Buchungsportal prüfen.
Wollen bessere Arbeitsbedingungen
Hinter dem Streik steckt ein Streit um Löhne und Arbeitsbedingungen. Laut «Euronews» kritisiert die Gewerkschaft in einer Mitteilung mehrere Punkte.
Dazu gehören häufige Änderungen der Dienstpläne und Probleme bei der Umsetzung von Tarifvereinbarungen – also von ausgehandelten Lohn- und Arbeitsverträgen.
Zusätzlich bemängelt die Gewerkschaft, dass Mitarbeitende wegen Personalmangels unter Druck gesetzt werden, Überstunden zu leisten. Easyjet weist die Forderungen zurück. Die Airline argumentiert, das portugiesische Kabinenpersonal werde bereits deutlich über dem nationalen Durchschnittslohn bezahlt.
Eine Einigung zwischen den Parteien ist bislang nicht in Sicht. Reisende müssen deshalb damit rechnen, dass die angekündigten Streiktage tatsächlich stattfinden.
Viele Streiks im Sommer
Der Ausstand in Portugal ist nicht der erste seiner Art in Europa. Bereits Mitte Juni haben Pilotinnen, Piloten und Kabinenpersonal von Easyjet in Italien während 18 Stunden die Arbeit niedergelegt. Dabei sind zahlreiche Flüge in ganz Italien ausgefallen.
Mitte August folgte ein Streik in Frankreich. Rund hundert Flüge mussten dort gestrichen werden, weil das Kabinenpersonal nicht zur Arbeit erschien. Der Konflikt zwischen Easyjet und seinem Personal weitet sich damit auf mehrere europäische Länder aus.










