Kiew erlebt härtesten Winter seit Beginn des Krieges
Russische Angriffe haben die Energieversorgung in Kiew zerstört. Hunderttausende Menschen frieren ohne Strom bei zweistelligen Minusgraden.

Die Dreimillionenstadt Kiew befindet sich in der schwersten Krise seit Kriegsbeginn vor fast fünf Jahren. Massive russische Luftangriffe auf die Energieinfrastruktur haben laut der «Tagesschau» weite Teile der Hauptstadt ohne Strom und Heizung hinterlassen.
Bei Temperaturen von minus zwölf Grad tagsüber und minus zwanzig Grad nachts verschärft sich die Lage laut «Kurier» dramatisch.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Energienotstand für die gesamte Ukraine verhängt, wie «AA» meldet. Ein Koordinationszentrum soll sich speziell um die Nöte der Hauptstadt kümmern und zusätzliche Hilfe organisieren.
Rollende Stromabschaltungen verschärfen die Not
Die Stromversorgung in Kiew funktioniert derzeit nur noch stundenweise nach einem festen Schema, erklärt die «Deutsche Börse». Die meisten Bürger hätten lediglich drei Stunden Strom, dann folgten zehn oder mehr Stunden Dunkelheit.
Rund vierhundert Wohnblöcke sind aktuell völlig unbeheizt, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko laut «Klamm.de». Russland hat gezielt Umspannwerke angegriffen und dadurch Regionen von den Kernkraftwerken im Westen abgetrennt.
Laut einem Expertenbericht von «TSN» zielen russische Angriffe auf Hauptstromknoten entlang des Dnepr. Dies schafft faktisch eine Energiegrenze mitten durch die Hauptstadt.
Notfallzentren bieten Zuflucht in Kiew
Die Stadtverwaltung hat rund 1200 Aufwärmpunkte eingerichtet, an denen sich Bewohner wärmen und ihre Geräte aufladen können. Die nächtliche Ausgangssperre wurde gelockert, damit Menschen jederzeit diese Notunterkünfte aufsuchen können.

«Es gibt Orte in Kiew, die derzeit unbewohnbar sind», zitiert «NTV» den Journalisten Oleksyj Sorokin vom «Kyiv Independent».
Ein Ehepaar aus der Region Kyiv berichtet, dass die Temperatur im Schlafzimmer ihres Kindes auf etwa −15 °C gefallen ist. Sie mussten sich unter schweren Decken zusammenkuscheln, um warm zu bleiben.












