Selenskyj kritisiert Klitschko erneut scharf
Der ukrainische Präsident Selenskyj wirft dem Kiewer Bürgermeister Klitschko Versagen in der Energiekrise vor – ein alter Konflikt flammt wieder auf.

Die Ukraine kämpft nach massiven russischen Angriffen mit verheerenden Stromausfällen. Auch die Heizversorgung bricht bei strengem Frost vielerorts zusammen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert nun das Krisenmanagement von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, berichtet der «Spiegel». In seiner abendlichen Ansprache erklärte Selenskyj, Kiew habe «bedauerlicherweise deutlich weniger unternommen» als andere Städte wie Charkiw.
Er forderte die Hauptstadt laut der «Stuttgarter Zeitung» auf, dringend mehr Wärmepunkte einzurichten.
Klitschko wehrt sich gegen Vorwürfe von Selenskyj
Der Kiewer Bürgermeister reagierte deutlich auf die Anschuldigungen aus dem Präsidentenbüro. «Welche Intensität der Arbeit in Kiew sieht der Präsident nicht?», fragte Klitschko über den Nachrichtendienst Telegram, wie die «Frankfurter Rundschau» berichtet.
Er betonte, die städtischen Dienste arbeiteten rund um die Uhr an Reparaturen. Die Kritik des Präsidenten wies Klitschko als «ununterbrochenen Hass» zurück, berichtet der «MDR».
Für den gesamten Energiesektor der Ukraine wurde nach einer Krisensitzung der Notstand ausgerufen. Die Regierung greift damit direkt in Klitschkos Zuständigkeitsbereich ein, was den politischen Konflikt verschärft.
Alter Machtkampf lebt wieder auf
Für die meisten Bürger gebe es laut «ad-hoc-news.de» nur drei Stunden Strom und dann zehn oder mehr Stunden Stromausfall. Die humanitären Folgen der Stromausfälle seien gravierend.
Selenskyj und Klitschko waren bereits bei der Präsidentenwahl 2019 Konkurrenten im Wahlkampf. Trotz des Burgfriedens wegen des Krieges gibt es immer wieder Sticheleien zwischen den beiden Politikern.

Klitschko kritisierte laut dem «Merkur» öffentlich, dass er und Selenskyj sich «in den letzten vier Jahren nie persönlich getroffen» hätten. Das Eingreifen der Regierung bedeutet, dass der alte politische Konflikt nun offen wieder aufbricht, berichten mehrere Medien.












