In Grossbritannien hat eine Politikerin ihr Baby mit ins Parlament genommen. Obwohl das Kind ruhig blieb, flatterte ihr später ein Mahn-Mail ins Haus.
Stella Creasy
Stella Creasy und ihr Kind im Parlament. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Politikerin Stella Creasy nahm in den vergangenen Wochen ihr Baby ins Parlament mit.
  • Sie wurde für das gute und ruhige Verhalten des Kindes gelobt.
  • Trotzdem bekam sie ein Mahnbrief des Parlamentsverantwortlichen.

Nach einem Verweis auf die aktuellen Regeln des britischen Unterhauses hat eine britische Abgeordnete Kritik an der Haltung des Parlaments zu Müttern geübt.

«Es scheint, als sollten Mütter in der Mutter aller Parlamente nicht zu sehen oder zu hören sein». Das schrieb die Labour-Politikerin Stella Creasy am Dienstagabend auf Twitter. Dazu ein Foto einer E-Mail, die sie am selben Tag von der Parlamentsverwaltung erhalten hatte.

Darin hiess es mit dem Verweis auf die Regeln des Unterhauses: «Man sollte seinen Sitz in der Kammer nicht in Begleitung eines Kindes einnehmen.»

Creasy hatte zuletzt vereinzelt ihr wenige Monate altes Baby mit ins Parlament gebracht. Sie wurde sogar von Kollegen für die guten Manieren ihres Nachwuchses gelobt.

Mehr Möglichkeiten für Abgeordnete mit kleinen Kindern

Sie rief schon vor Wochen den Tory-Politiker Jacob Rees-Mogg dazu auf, mehr Teilhabe für Abgeordnete mit kleinen Kindern zu ermöglichen. Rees-Mogg ist in der Regierung für die Koordination des Parlamentsbetriebs zuständig, lehnte Änderungen aber bislang ab.

Vize-Premierminister Dominic Raab sprach Creasy in einem BBC-Interview sein Mitgefühl aus. Er sagte, der Beruf von Politikern müsse «der modernen Welt» und dem 21. Jahrhundert angepasst werden, sodass Eltern Arbeit und Familie unter einen Hut bringen könnten. Die konkrete Ausgestaltung der Regeln für Abgeordnete wollte der Tory-Politiker aber den Verantwortlichen im Unterhaus überlassen.

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