Jacht-Besitzer: Warnschüsse waren «absolut unnötig»
Nach den Warnschüssen im Ärmelkanal wehren sich die Jacht-Besitzer gegen die Vorwürfe. London stützt derweil die Darstellung Moskaus.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut Moskau näherte sich die Jacht vor den Warnschüssen dem Kriegsschiff an.
- London stützt diese Darstellung und macht Russland keine Vorwürfe.
- Die Besitzer der Jacht hingegen sagen, sie seien nicht auf Kollisionskurs gewesen.
Am Dienstagmittag gab das russische Kriegsschiff «Admiral Grigorowitsch» im Ärmelkanal Warnschüsse auf eine in Grossbritannien registrierte Jacht ab. Das britische Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall. Und auch Moskau tat dies.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Jacht auf mehrere Kontaktversuche nicht reagiert und die Distanz verringert habe. Bei einer Entfernung von 150 Metern habe der Kapitän der Fregatte dann den Befehl zum Eröffnen der Warnschüsse gegeben.
«Die Besatzung der Fregatte hat in strenger Übereinkunft mit den international geltenden Schifffahrtsregeln gehandelt. Sie hat alles getan, um den Vorfall zu verhindern», betonte das Ministerium in Moskau.
Gorssbritannien macht Russland keine Vorwürfe. Die Schüsse hatten laut einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums eine Kollision verhindern sollen. Sie seien nicht auf die Jacht gerichtet gewesen.
Besitzer-Ehepaar äussert sich
Die Besitzer der Jacht, ein pensioniertes britisches Ehepaar, haben eine andere Ansicht: Sie seien nicht in Richtung des Kriegsschiffes gefahren und hätten eine sichere Distanz eingehalten. Die Warnschüsse seien in die Luft abgefeuert worden, «sie schossen nicht auf uns», sagte die Frau dem britischen «i-newspaper». Doch die Schüsse seien «absolut unnötig» gewesen.
Denn man habe die fünf Signale des Horns gehört, sagt sie gegenüber «BBC». Man habe sofort den Kurs leicht geändert, um zu signalisieren, dass man das Kriegsschiff gesehen habe. Fünf Minuten später ertönte das Horn nochmals und die Schüsse seien abgefeuert worden.
Das Ehepaar betont, dass man nicht auf Kollisionskurs gewesen sei. «Für uns war es kein Zwischenfall, bis die Schüsse fielen.
Erst vor einigen Tagen stoppte die britische Marine den Öltanker «Smyrtos» im Ärmelkanal, der der russischen Schattenflotte zugerechnet wird. London geht laut der Mitteilung nicht davon aus, dass der aktuelle Fall damit in Zusammenhang steht.
















