SRG hat Gesuche für UKW-Comeback eingereicht
Die SRG will zurück auf UKW und hat dafür bereits Gesuche eingereicht. Bei den Vorbereitungen kam es zu einer Panne.

Das Wichtigste in Kürze
- Die SRG hat beim BAKOM bereits UKW-Gesuche eingereicht.
- Auf 91,7 MHz erschien letzte Woche kurz die Kennung «SRF 3».
- Swisscom spricht von einer Fehlmanipulation bei einer Überprüfung.
- Wann SRF regulär auf UKW zurückkehrt, ist noch offen.
Die Rückkehr der SRG auf UKW wird konkret. Die SRG hat beim Bundesamt für Kommunikation bereits entsprechende Gesuche eingereicht.
Das bestätigt SRG-Mediensprecher Nik Leuenberger auf Anfrage von Nau.ch: «Nach dem parlamentarischen Entscheid, UKW weiterzuführen, hat die SRG beschlossen, wieder auf UKW zu senden.»
Erste Sender kehren möglichst rasch zurück auf UKW
Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Die SRG kehre «so rasch wie möglich» auf UKW zurück, schreibt Leuenberger.
Dafür brauche es neben freigegebenen Frequenzen aber noch weitere Voraussetzungen. Konkret nennt die SRG die Erteilung der Konzession sowie vertragliche und technische Aspekte.
Sobald alle Elemente beisammen seien, werde die SRG den genauen Zeitplan und die nächsten Schritte kommunizieren. Ziel sei eine möglichst rasche Aufschaltung erster UKW-Sender.

Welche SRG-Programme zuerst wieder über UKW senden sollen, sagt die SRG noch nicht. Details würden bekannt gegeben, sobald alle nötigen Elemente beisammen seien.
Panne bei Vorbereitung
Dass im Hintergrund bereits technisch gearbeitet wird, zeigte sich nun auf einer alten SRF-3-Frequenz. Auf 91,7 MHz tauchte letzte Woche plötzlich ein Messton mit der RDS-Kennung «SRF 3» auf.
Im «Rundfunkforum Schweiz» berichteten mehrere Nutzer von dem Signal. Beobachtet wurde es unter anderem im Raum Bern und Seeland.
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Die Swisscom bestätigt auf Anfrage von Nau.ch eine Panne. «Bei der Überprüfung einer Sendeanlage kam es zu einer Fehlmanipulation eines Mitarbeitenden», sagt Sprecher Armin Schädeli.
Eine Abstrahlung sei nicht geplant gewesen. «Der Fehler wurde nach Bekanntwerden behoben», so Schädeli. Weitere Angaben macht die Swisscom nicht.
Auch das BAKOM bestätigt gegenüber Nau.ch die Aussendung.
91,7 MHz passt zu SRF 3
Die Frequenz ist kein Zufall. Die 91,7 MHz war früher in Biel-Magglingen für SRF 3 in Betrieb.
Der Rundfunktechniker Peter Matter von Sumatronic AG ordnet die Beobachtung auf Anfrage von Nau.ch als plausibel ein. Es könnte sich tatsächlich um Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme einzelner UKW-Sender handeln.
Messton zum Einmessen
Matter erklärt, weshalb bei einer solchen Überprüfung ein Messton auftauchen kann. Dabei gehe es nicht um ein normales Radioprogramm, sondern um technische Messungen an der Sendeanlage.
Auch die Anzeige «SRF 3» im Radio sei technisch erklärbar. «Der Messton und die RDS-Kennung sind zwar separate Dinge, aber beides wird zum Einmessen einer Sendeanlage benötigt», sagt Matter.

Die Anlage müsse verschiedene Begrenzungen einhalten, damit keine anderen Sender gestört würden. Geprüft werde dabei, ob die Anlage korrekt sende und keine anderen Frequenzen störe.
Dass frühere SRF-UKW-Sender vor einer Wiederinbetriebnahme mit Messtönen geprüft würden, sei technisch plausibel, sagt Matter.
Digital bleibt Priorität
Die SRG hatte ihre UKW-Verbreitung Ende 2024 eingestellt. Sie verweist auf eine Abmachung mit der Radiobranche und dem Bund, die vor über zehn Jahren vereinbart wurde.
Diese Rahmenbedingungen hätten sich nun geändert, schreibt die SRG. Die UKW-Konzessionen würden erneut vergeben. Unter diesen Umständen könne sie nicht auf die analoge Verbreitung verzichten.
Gleichzeitig betont die SRG, dass die digitalen Kanäle weiterhin Priorität hätten. Neun von zehn Radiominuten würden heute digital konsumiert.
Wann SRF 3 und andere SRG-Programme regulär wieder auf UKW zu hören sein werden, bleibt offen.












