SRG

    SRG hat Gesuche für UKW-Comeback eingereicht

    Cheri Reinhardt
    Cheri Reinhardt

    Bern,

    Die SRG will zurück auf UKW und hat dafür bereits Gesuche eingereicht. Bei den Vorbereitungen kam es zu einer Panne.

    SRF 3
    SRF 3 ist derzeit nur digital regulär zu empfangen. Auf UKW erschien letzte Woche trotzdem plötzlich die Kennung des Senders. - SRF / youtube @625line

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die SRG hat beim BAKOM bereits UKW-Gesuche eingereicht.
    • Auf 91,7 MHz erschien letzte Woche kurz die Kennung «SRF 3».
    • Swisscom spricht von einer Fehlmanipulation bei einer Überprüfung.
    • Wann SRF regulär auf UKW zurückkehrt, ist noch offen.

    Die Rückkehr der SRG auf UKW wird konkret. Die SRG hat beim Bundesamt für Kommunikation bereits entsprechende Gesuche eingereicht.

    Das bestätigt SRG-Mediensprecher Nik Leuenberger auf Anfrage von Nau.ch: «Nach dem parlamentarischen Entscheid, UKW weiterzuführen, hat die SRG beschlossen, wieder auf UKW zu senden.»

    Erste Sender kehren möglichst rasch zurück auf UKW

    Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Die SRG kehre «so rasch wie möglich» auf UKW zurück, schreibt Leuenberger.

    Dafür brauche es neben freigegebenen Frequenzen aber noch weitere Voraussetzungen. Konkret nennt die SRG die Erteilung der Konzession sowie vertragliche und technische Aspekte.

    Sobald alle Elemente beisammen seien, werde die SRG den genauen Zeitplan und die nächsten Schritte kommunizieren. Ziel sei eine möglichst rasche Aufschaltung erster UKW-Sender.

    Nik Leuenberger
    SRG-Mediensprecher Nik Leuenberger bestätigt, dass die SRG beim BAKOM bereits UKW-Gesuche eingereicht hat. - SRF (screenshot)

    Welche SRG-Programme zuerst wieder über UKW senden sollen, sagt die SRG noch nicht. Details würden bekannt gegeben, sobald alle nötigen Elemente beisammen seien.

    Panne bei Vorbereitung

    Dass im Hintergrund bereits technisch gearbeitet wird, zeigte sich nun auf einer alten SRF-3-Frequenz. Auf 91,7 MHz tauchte letzte Woche plötzlich ein Messton mit der RDS-Kennung «SRF 3» auf.

    Im «Rundfunkforum Schweiz» berichteten mehrere Nutzer von dem Signal. Beobachtet wurde es unter anderem im Raum Bern und Seeland.

    00:00 / 00:00

    Auf 91,7 MHz erschien plötzlich wieder «SRF 3» im Autoradio. Laut Swisscom kam es bei der Überprüfung einer Sendeanlage zu einer Fehlmanipulation. - youtube @625line

    Die Swisscom bestätigt auf Anfrage von Nau.ch eine Panne. «Bei der Überprüfung einer Sendeanlage kam es zu einer Fehlmanipulation eines Mitarbeitenden», sagt Sprecher Armin Schädeli.

    Eine Abstrahlung sei nicht geplant gewesen. «Der Fehler wurde nach Bekanntwerden behoben», so Schädeli. Weitere Angaben macht die Swisscom nicht.

    Auch das BAKOM bestätigt gegenüber Nau.ch die Aussendung.

    91,7 MHz passt zu SRF 3

    Die Frequenz ist kein Zufall. Die 91,7 MHz war früher in Biel-Magglingen für SRF 3 in Betrieb.

    Wie hörst du Radio?

    Der Rundfunktechniker Peter Matter von Sumatronic AG ordnet die Beobachtung auf Anfrage von Nau.ch als plausibel ein. Es könnte sich tatsächlich um Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme einzelner UKW-Sender handeln.

    Messton zum Einmessen

    Matter erklärt, weshalb bei einer solchen Überprüfung ein Messton auftauchen kann. Dabei gehe es nicht um ein normales Radioprogramm, sondern um technische Messungen an der Sendeanlage.

    Auch die Anzeige «SRF 3» im Radio sei technisch erklärbar. «Der Messton und die RDS-Kennung sind zwar separate Dinge, aber beides wird zum Einmessen einer Sendeanlage benötigt», sagt Matter.

    Peter Matter Sumatronic
    Peter Matter von Sumatronic erklärt, weshalb ein Messton bei der Überprüfung einer Sendeanlage auftauchen kann. - youtube @swissradioday

    Die Anlage müsse verschiedene Begrenzungen einhalten, damit keine anderen Sender gestört würden. Geprüft werde dabei, ob die Anlage korrekt sende und keine anderen Frequenzen störe.

    Dass frühere SRF-UKW-Sender vor einer Wiederinbetriebnahme mit Messtönen geprüft würden, sei technisch plausibel, sagt Matter.

    Digital bleibt Priorität

    Die SRG hatte ihre UKW-Verbreitung Ende 2024 eingestellt. Sie verweist auf eine Abmachung mit der Radiobranche und dem Bund, die vor über zehn Jahren vereinbart wurde.

    Diese Rahmenbedingungen hätten sich nun geändert, schreibt die SRG. Die UKW-Konzessionen würden erneut vergeben. Unter diesen Umständen könne sie nicht auf die analoge Verbreitung verzichten.

    Gleichzeitig betont die SRG, dass die digitalen Kanäle weiterhin Priorität hätten. Neun von zehn Radiominuten würden heute digital konsumiert.

    Wann SRF 3 und andere SRG-Programme regulär wieder auf UKW zu hören sein werden, bleibt offen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4324 (nicht angemeldet)

    Höre seit Ewigkeiten nahtlos nur SWR3 super Empfang garantiert

    User #5726 (nicht verifiziert)

    Ja, digital bleibt Priorität. Das ist korrekt, heisst jedoch nicht DAB+. Damit ist die Verbreitung über Internet / Streaming gemeint. Die SRG wird es sich aus Kostengründen nicht leisten können, DAB+ nebst UKW weiter zu betreiben. Es wird Zeit das europaweit einzigartige DAB+ Experiment in der Schweiz zu beenden, zumal es auch bezüglich Gesundheitsaspekten der Bevölkerung immer noch offene Fragen zu der niederfrequenten Pulsierung der DAB+ Signale gibt, deren Unbedenklichkeit bis heute von den Behörden nicht bestätigt werden konnten. Kein Wunder, denn das heutige Vorsorgeprinzip, welches 6 Min. Mittelwerte verwendet, kann solche Takte gar nicht erkennen. R.I.P. DAB+

    Weiterlesen

    ukw
    134 Interaktionen
    UKW bleibt
    UKW
    170 Interaktionen
    Seit Mitternacht
    Altes Radio vor Fenster
    83 Interaktionen
    Nur noch 19 Prozent

    MEHR SRG

    SRG
    39 Interaktionen
    Bern
    jucker
    «Erschüttert mich»
    svp
    148 Interaktionen
    SRG-Wahlbarometer
    srg
    59 Interaktionen
    Sparmassnahmen

    MEHR AUS STADT BERN

    YB Seoane
    54 Interaktionen
    Nach Schiri-Fehlern
    2 Interaktionen
    Bern