Israelis töten? Demokratie-Aktivist nach Freilassung in Kritik

    Keystone-SDA
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    Grossbritannien,

    Wegen antisemitischer Äusserungen ist in Grossbritannien eine hitzige Debatte über den britisch-ägyptischen Demokratie-Aktivisten Alaa Abdel Fattah ausgebrochen. Erst vor wenigen Tagen war der 44-Jährige nach jahrelanger Haft in Ägypten in London angekommen.

    Aktivist
    Der ägyptisch-britische Aktivist Alaa Abdel Fattah (Mitte) umarmt seine Mutter Laila Soueif (links) und seine Schwester Sanaa Seif (rechts) zu Hause nach seiner Freilassung aufgrund einer Begnadigung durch den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah El-Sisi; in Kairo, Ägypten, 23. September 2025. - keystone

    Die Regierung in London hatte sich jahrelang für seine Freilassung aus ägyptischer Haft eingesetzt, doch die nun in den Fokus der Öffentlichkeit getretenen Äusserungen aus mehr als zehn Jahre alten Social-Media-Posts werfen ein negatives Licht auf den Aktivisten. Medienberichten zufolge soll er etwa zur Tötung von Israelis und «Zionisten» sowie Polizeibeamten aufgerufen haben.

    Abdel Fattah entschuldigte sich «uneingeschränkt» für einige der Posts. Andere hingegen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, zitierte die Nachrichtenagentur PA aus einer Mitteilung des Aktivisten.

    Er zählte zu den Führungsfiguren der Revolution von 2011 in Ägypten, die Langzeitherrscher Husni Mubarak zu Fall brachte. 2013 wurde er beim Protest gegen ein verschärftes Demonstrationsgesetz festgenommen und sass seitdem fast durchgehend im Gefängnis. Seine Familie bezeichnete die Vorwürfe der Verbreitung von Falschnachrichten als politisch motiviert. Im September wurde er überraschend begnadigt und dann freigelassen.

    Der innenpolitische Sprecher der britischen Konservativen Partei, Chris Philp, bezeichnete Abdel Fattah in einem Interview des Radiosenders BBC 4 als «widerwärtigen Drecksack» und forderte die Labour-Regierung auf, ihm die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Philp forderte zudem, Abdel Fattah solle nach Ägypten abgeschoben werden.

    Abdel Fattah hatte allerdings 2021 unter einer konservativen Regierung, die sich stets für seine Freilassung einsetzte, die britische Staatsbürgerschaft erhalten. Seine Mutter wurde in Grossbritannien geboren.

    In einer Regierungsmitteilung hiess es zunächst nur, man verurteile die «historischen Tweets» von Abdel Fattah und betrachte sie als verabscheuungswürdig. Noch am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte sich Premierminister Keir Starmer in einer Mitteilung auf X «hocherfreut» über Abdel Fattahs Ankunft in Grossbritannien gezeigt und dessen Freilassung als Priorität seiner Regierung bezeichnet.

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