Irakischer Ayatollah al-Sistani gibt Regierung Schuld an «Blutvergiessen»

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Irak,

Der höchste irakische Geistliche, Grossayatollah Ali al-Sistani, hat der Regierung die Schuld für die tödliche Gewalt bei den Protesten vergangene Woche gegeben.

Ayatollah al-Sistani gibt Regierung Schuld an Gewalt
Ayatollah al-Sistani gibt Regierung Schuld an Gewalt - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Höchster schiitischer Geistlicher kritisiert Gewalt gegen Demonstranten.

«Die Regierung und die Sicherheitskräfte sind verantwortlich für das Blutvergiessen bei den jüngsten Demonstrationen», sagte al-Sistanis Vertreter Abdel Mahdi al-Kerbelai in seiner Predigt bei dem Freitagsgebet in der südirakischen Pilgerstadt Kerbela.

Der höchste schiitische Geistliche im Irak erklärte in der Predigt, die Regierung sei verantwortlich, wenn unter den Augen ihrer Sicherheitskräfte «gesetzlos Schützen» auf Demonstranten feuerten oder die Medien terrorisierten. Die Ereignisse der vergangene Woche zeigten eine «grenzenlose Gewalt, die alles Vorstellbare überschreitet», kritisierte al-Sistani, der unter den Schiiten höchstes Ansehen geniesst und sich immer wieder zur Politik äussert.

Nach Angaben der Regierung wurden zwischen dem 1. und 6. Oktober bei den Protesten mehr als hundert Menschen getötet und 6000 weitere verletzt. Bei den meisten Toten handelt es sich um Demonstranten, die erschossen wurden. Die Regierung macht «nicht identifizierte Schützen» für die Gewalt verantwortlich. Sie hätten sich auf den Dächern versteckt oder unter die Sicherheitskräfte gemischt, um wahllos auf Demonstranten wie Polizisten zu schiessen.

Die beispiellosen Proteste, die vor allem den schiitischen Süden des Irak erfassten, richteten sich gegen die verbreitete Korruption, die hohe Arbeitslosigkeit und die ständigen Stromausfälle. Angesichts der Gewalt forderten die Demonstranten aber später auch «den Sturz des Regimes». Al-Sistani rief die Regierung nun auf, den Drohungen, den Entführungen und der Gewalt jener ein Ende zu setzen, «die glauben, in völliger Straflosigkeit zu handeln».

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