Europas Handynetz-Betreiber greifen nach Weltraum-Frequenzen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Deutschland,

    Europas grosse Telekommunikationskonzerne ziehen an einem Strang, um Handynutzer auch in entlegenen Gebieten mit Mobilfunk aus dem Weltall zu erreichen. Die Deutsche Telekom, der britische Anbieter Vodafone, Telefónica aus Spanien und Orange aus Frankreich teilten mit, dass sie gemeinsam für Frequenzen für mobile Satellitendienste bieten wollen.

    Antennenverstärker
    Es geht um Frequenzen, die aller Voraussicht nach 2029 frei werden. - Keystone

    Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden. Es geht um Frequenzen, die aller Voraussicht nach 2029 frei werden und bislang etwa für Internetverbindungen im Flugzeug genutzt werden.

    Man wolle eine flächendeckende Versorgung auch in unterversorgten Gebieten erreichen, die Resilienz mobiler Netze stärken, kritische Kommunikation schützen und die Entwicklung einer europäischen Satellitenkonstellation unterstützen, hiess es von den Unternehmen. Mit der Zusammenarbeit wolle man die eigenständige Position Europas im Bereich der Weltrauminfrastruktur sicherstellen. Man plane, zentrale Infrastrukturen am Boden sowie wichtige Koordinierungs- und Steuerungsfunktionen in Europa aufzubauen.

    Den Handykunden sollen Direct-to-Device-Dienste (D2D) angeboten werden – das Smartphone wird also da, wo bislang kein Handynetz ist, direkt mit Satelliten im Weltraum verbunden. Die meisten Smartphones haben diese D2D-Funktion bislang nicht integriert, in den kommenden Jahren dürfte das aber im Massenmarkt ankommen.

    Es geht um weisse Flecken – also dort, wo Stand jetzt nicht mehr das veraltete 2G-Netz verfügbar ist. Bei der Deutschen Telekom waren das im Juni laut Bundesnetzagentur 1,2 Prozent der Fläche Deutschlands, bei Vodafone 1,7 Prozent und bei O2Telefónica 1,6 Prozent. In solchen Gegenden sollen die Handynutzer künftig mit Satelliten im Weltraum verbunden werden. Wer der Satellitenbetreiber ist, ist noch unklar. Das Raumfahrtunternehmen SpaceX mit seinem Internetdienst Starlink von Elon Musk dürfte es nicht sein, da es bei dem Vorhaben der vier Firmen um europäische Souveränität geht.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Toni Fritsche
    159 Interaktionen
    Nahe Säntis
    SVP-Regierungsrätin Nathalie Rickli.
    1'504 Interaktionen
    Nächste Absage

    MEHR IN NEWS

    1 Interaktionen
    Zürich
    La-Chaux-de-Fonds
    La Chaux-de-Fonds NE

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    «Tatort»
    1 Interaktionen
    Doppelfolge
    Kanzleramt
    5 Interaktionen
    Berlin
    Öl Raffinerie
    4 Interaktionen
    Dresden