Brexit

    Immer mehr Flüchtlinge sterben wegen Brexit-Lüge im Ärmelkanal

    Isabelle vom Dahl
    Isabelle vom Dahl

    Frankreich,

    Immer mehr Flüchtlinge versuchen, nach Grossbritannien zu gelangen. Eine Brexit-Lüge lässt den Druck auf die Migranten wachsen.

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    Migranten erhalten Anweisungen von ONG-Arbeitern, nachdem sie aus dem provisorischen Migrantenlager, bekannt als "der Dschungel" bei Calais vertrieben wurden. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In diesem Jahr wurden bereits 1450 Personen auf dem Weg nach England abgefangen.
    • Der Hauptgrund für den starken Andrang ist eine Brexit-Lüge der Schlepperbanden.
    • Viele Flüchtlinge glauben, dass die Grenzen nach dem EU-Austritt stärker überprüft werden.

    Immer mehr Flüchtlinge versuchen – mit teils verzweifelten Versuchen – den Ärmelkanal zu überqueren und von Frankreich nach Grossbritannien zu gelangen: Häufig kommt es zu Schwimmversuchen oder Fahrten in kleinen Booten. In diesem Jahr sind bereits 1450 Personen auf dem Weg nach England abgefangen oder aufgefischt worden. Das sind dreimal so viele wie im Vorjahr.

    In England haben viele der Flüchtlinge Verwandte, zudem beherrschen einige schon die Sprache. Doch der Hauptgrund für den Andrang ist eine Brexit-Lüge der Schlepperbanden. Am 31. Oktober will das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen. Laut der Hilfsorganisation «Cimade» wird den Migranten von den Schleppern glauben gemacht, dass die englischen Grenzen nach dem Austritt noch stärker überprüft und geschlossen werden.

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    Grenzkontrollen im französischen Calais. - Keystone

    Der Hafen im französischen Calais ist stark abgeriegelt, auch weil die Briten bei der Finanzierung helfen. Zudem verhindern französische Behörden grössere Flüchtlingslager – sie wollen keine Wiederholung des Lagers «Der Dschungel von Calais», welches 2016 geräumt wurde.

    Abkommen der EU erhöht Druck auf Migranten

    Entlang der nordfranzösischen Küste sind deshalb etwa 200 kleinere Camps entstanden. Noch im September räumte die Polizei das grösste von ihnen in Dünkirchen.

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    Zerstörte Zelte sind im provisorischen Migrantenlager «Der Dschungel» in Calais. (Archivbild) - Keystone

    Ein neues Abkommen zwischen der EU und Afghanistan erleichtert ausserdem Rückführungen in das Herkunftsland. Die Flüchtlinge, die den Ärmelkanal überqueren wollen, stammen wahrscheinlich auch deshalb vor allem aus dem Iran, Pakistan, Irak und Afghanistan.

    Schlepperbanden verkaufen ihnen eine Überfahrt für etwa 3000 Euro. Doch die Panik vor dem Brexit ist vollkommen unbegründet: Das Vereinigte Königreich ist auch aktuell kein Mitglied des Schengenraums. Deshalb müssen die Grenzen wegen des Brexits nicht verstärkt werden und bleiben höchstwahrscheinlich unverändert.

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