Brexit

    Wie das Brexit-Referendum Europa veränderte

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Grossbritannien,

    Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum prägen politische Instabilität, wirtschaftlicher Druck und eine fragile EU-Beziehung Grossbritannien weiterhin.

    Brexit-Referendum
    Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum sind die Folgen für Grossbritannien weiterhin spürbar. (Symbolbild) - keystone

    Am 23. Juni 2016 stimmten 51,9 Prozent der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union. Das Brexit-Referendum markierte laut der «Tagesschau» einen tiefen Einschnitt in der europäischen Nachkriegspolitik.

    Die Abstimmung folgte einer jahrelangen EU-kritischen Debatte im Vereinigten Königreich. Die Kampagne war stark emotional geprägt und wurde von zugespitzten Versprechen begleitet.

    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte rückblickend, die Union sei auf den Austritt vorbereitet gewesen. London habe hingegen die politischen und administrativen Folgen deutlich unterschätzt, heisst es in der Analyse.

    Politische Instabilität und blockierte Reformen in Grossbritannien

    Die Entscheidung für das Referendum ging auf die konservative Regierung von David Cameron zurück. Nach dem knappen Ergebnis begann eine Phase politischer und gesellschaftlicher Neuorientierung.

    Zehn Jahre später beschreibt der «SWR Aktuell» Grossbritannien als politisch weiterhin instabil. Seit dem Referendum wechselten sich mehrere Premierminister in kurzer Zeit an der Regierungsspitze ab.

    Glaubst du, dass der Brexit ein Fehler war?

    Die Amtszeit von Keir Starmer ist laut Einschätzung von Politologe Alex Clarkson von Blockaden geprägt. Zentrale Reformvorhaben kommen trotz parlamentarischer Mehrheit nur schleppend voran.

    Brexit-Folgen: Politische Spaltung und wirtschaftlicher Druck

    Gleichzeitig verschieben sich politische Kräfte in neue Lager und Bewegungen. Besonders Reform UK unter Nigel Farage gewinnt in Teilen der Bevölkerung weiter an Zustimmung.

    Clarkson spricht von zentrifugalen Entwicklungen, die das politische System auseinanderziehen. Schottland, Wales und England entwickeln zunehmend unterschiedliche politische Dynamiken.

    Ökonomische Studien zeigen laut dem «ORF» deutliche langfristige Belastungen für die britische Wirtschaft. Investitionen und Produktivität liegen nach Einschätzungen internationaler Institute unter dem Vorniveau.

    Wirtschaft unter Druck, Handel gebremst, Arbeitsmarkt angespannt

    Eine Stanford-Studie beziffert den Rückgang der Wirtschaftsleistung auf sechs bis acht Prozent. Besonders betroffen sind exportorientierte Branchen und kleine sowie mittlere Unternehmen.

    Das National Institute of Economic and Social Research verweist auf strukturelle Handelshemmnisse. Neue Zoll- und Verwaltungsauflagen bremsen den Warenverkehr mit der Europäischen Union.

    London Grossbritannien Brexit-Referendum
    Mit dem Brexit-Referendum begann für Grossbritannien eine Phase tiefgreifender Veränderungen. - depositphotos

    Auch der Arbeitsmarkt hat sich seit dem Ende der Personenfreizügigkeit deutlich verändert. In mehreren Sektoren entstanden Engpässe, während Migration aus Drittstaaten zunahm.

    Annäherung mit offenen politischen Fragen

    Umfragen zeigen dem «ORF» zufolge, dass inzwischen eine Mehrheit einen EU-Verbleib bevorzugen würde. Gleichzeitig bleibt die Haltung zur europäischen Integration im Land tief gespalten.

    Die Beziehungen zwischen EU und Grossbritannien entwickeln sich heute wieder schrittweise weiter. Geplant ist unter anderem eine Rückkehr in das Erasmus Plus Programm ab 2027.

    Trotz punktueller Kooperation bleibt die langfristige politische Perspektive offen. Die Debatte über Europas Rolle Grossbritanniens prägt die Innenpolitik weiterhin nachhaltig.

    Kommentare

    User #6205 (nicht angemeldet)

    Ein Fehler war es jemals in die EU einzutreten... eine Institution die keine Demokratie ist und Beamten finanziert zum Umfallen braucht kein Mensch

    User #3737 (nicht angemeldet)

    Das Problem von England ist nicht der Brexit sondern die unkontrollierte Migration. Dasselbe Problem klopft auch schon an unsere Tür.

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