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    Hunger in der Welt nimmt laut UNO weiter zu

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    Italien,

    Die Zahl der Menschen, die unter Hunger und Unterernährung leiden, nimmt weiter zu. «Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass fast 690 Millionen Menschen oder 8,9 Prozent der Weltbevölkerung hungrig sind», teilten mehrere UN-Organisationen am Montag in ihrem jährlichen Bericht zur Ernährungslage mit.

    Hunger Welt
    Der Hunger in der Welt nimmt zu. - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bericht: 2019 weltweit rund 690 Millionen Menschen chronisch unterernährt.

    Das entspreche einem Anstieg um zehn Millionen chronisch Unterernährten im Vergleich zum Vorjahr.

    Der Bericht wurde unter anderem vom Kinderhilfswerk Unicef, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (FAO) erstellt. Demnach waren 2019 schätzungsweise zwei Milliarden Menschen - ein Viertel der Weltbevölkerung - von «mässiger oder schwerer Ernährungsunsicherheit» betroffen. Die Zahlen sind seit 2014 leicht steigend.

    Das UN-Ziel, dass bis 2030 niemand mehr chronisch unterernährt ist, werde voraussichtlich verfehlt, warnten die Experten. «Wenn sich die jüngsten Trends fortsetzen, wird die Zahl der vom Hunger betroffenen Menschen bis 2030 auf über 840 Millionen ansteigen.»

    Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Kinder. Demnach waren 2019 gut 21 Prozent der Kinder unter fünf Jahren ernährungsbedingt unterentwickelt, 6,9 Prozent waren ernsthaft geschwächt. Zugleich waren 5,6 Prozent der unter Fünfjährigen übergewichtig, und die Fettleibigkeit bei Erwachsenen nimmt in allen Regionen der Welt zu.

    Bis 2030 könnte rund ein Viertel der Bevölkerung Afrikas Hunger leiden, schätzen die Experten. Schon heute seien es 19,1 Prozent - doppelt so viele wie im weltweiten Durchschnitt. Mehr als die Hälfte aller unterernährten Menschen lebt in Asien. Allerdings ist ihre Zahl seit 2015 um acht Millionen gesunken. In Lateinamerika und der Karibik verschlechtert sich die Lage zunehmend. Dort stieg die Zahl der hungernden Menschen seit 2015 um neun Millionen.

    Problematisch ist dem Bericht nach vor allem die Bezahlbarkeit einer gesunden Ernährung: «Gesunde Ernährung ist für viele Menschen, insbesondere für die Armen, in allen Regionen der Welt unerschwinglich.» Schätzungen zufolge kostet eine gesunde Ernährung im Durchschnitt fünf Mal so viel wie eine Ernährung, die nur den Energiebedarf durch Grundnahrungsmittel deckt.

    Mehr als drei Milliarden Menschen weltweit können sich dem Bericht zufolge eine ausgewogene Ernährung aus Obst, Gemüse und proteinreichen Lebensmitteln nicht leisten.

    Der Ausblick für 2020 ist neben der Corona-Pandemie auch wegen beispielloser Heuschreckenplagen in Ostafrika düster. Vorläufigen Schätzungen zufolge wird die Pandemie und die darauffolgende Krise im Jahr 2020 die Zahl der Hungernden «je nach Szenario des Wirtschaftswachstums um zwischen 83 und 132 Millionen Menschen» vergrössern.

    Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam warnte, durch die Corona-Pandemie könnten mehr Menschen verhungern als am Virus selbst zu sterben. Oxfam forderte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) auf, sich für existenzsichernde Einkommen und Löhne einzusetzen sowie Agrarökologie ins Zentrum der Hungerbekämpfung in Afrika zu stellen.

    Philipp Mimkes, Geschäftsführer der Menschenrechtsorganisation Fian Deutschland, kritisierte, Kleinbauern in den Ländern des Südens würden abgedrängt und einem unfairen globalen Wettbewerb ausgesetzt. Dabei produzierten sie rund zwei Drittel aller Nahrungsmittel dieser Länder. «Die Politik muss endlich umsteuern ? weg von konzerndominierten Ernährungssystemen hin zu einer Politik, die die Bedürfnisse von Landwirten und hungernden Menschen ins Zentrum stellt.»

    Der entwicklungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Christoph Hoffmann, forderte die Bundesregierung insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Krise zum Handeln auf: «Die Bundesregierung muss jetzt mehr tun, um die Vereinten Nationen bei der Lebensmittelversorgung in den Krisenregionen zu unterstützen und neben Geldern auch Transportkapazitäten bereitzustellen.»

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