Jóhannes Stefánsson enthüllte einen Korruptionsskandal rund um Fischfangquoten in Namibia. Dafür erhält er nun einen hochdotierten Nachhaltigkeitspreis.
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Stefánsson enthüllte einen Korruptionsskandal rund um Fischfangquoten in Namibia. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Jóhannes Stefánsson erhält den diesjährigen Göteborger Nachhaltigkeitspreis.
  • Er enthüllte einen Korruptionsskandal rund um Fischfangquoten in Namibia.
  • Das Motto der Auszeichnung ist in diesem Jahr der Kampf gegen die Korruption.

Der isländische Whistleblower Jóhannes Stefánsson erhält für seinen Einsatz gegen Korruption bei seinem Arbeitgeber einen hochdotierten schwedischen Nachhaltigkeitspreis. Er wird mit dem diesjährigen Göteborger Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Dies teilte die Preisjury des sogenannten Win Win Gothenburg Sustainability Award am Mittwoch mit. Stefánsson habe unter Einsatz seines Lebens einen weitreichenden Korruptionsskandal rund um Fischfangquoten in Namibia enthüllt und bewiesen, dass auch Einzelpersonen Korruption bekämpfen könnten.

Whistleblower erhält eine Million schwedische Kronen

Der Preis, der im Oktober in Göteborg verliehen werden soll, ist mit einer Million schwedischen Kronen (rund 108'900 Franken) dotiert. Motto der seit 2000 verliehenen Auszeichnung ist in diesem Jahr der Kampf gegen Korruption. Diese sei eine der grössten Hürden auf dem Weg zu globaler nachhaltiger Entwicklung, hiess es von der Preisjury.

Dokumente auf Wikileaks veröffentlicht

Stefánsson ist ein früherer führender Mitarbeiter von Samherji, einem grossen isländischen Fischereiunternehmen. Während seiner Zeit für das Unternehmen in Namibia wurde er nach Jury-Angaben auf korrupte Praktiken rund um die Fangquoten aufmerksam, bei denen Bestechungsgelder in Millionenhöhe an namibische Politiker geflossen sein sollen. Stefánsson verliess das Unternehmen aus Protest 2016. Von ihm bereitgestellte Dokumente zur sogenannten Fishrot-Affäre wurden dann Ende 2019 von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht.

Stefánsson riskierte sein Leben

Seitdem ist Stefánsson laut Jury Drohungen und Angriffen auf sein Leben ausgesetzt gewesen. Wie der isländische Rundfunksender RÚV berichtete, gibt der Whistleblower an, dass Anfang 2017 in Kapstadt unter Wissen seines Arbeitgebers ein Giftattentat auf ihn versucht worden sei. Samherji weist die Vorwürfe zurück und hat Stefánsson demnach im März wegen Verleumdung angezeigt.

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