In Grossbritannien sorgt die LKW-Fahrerknappheit für neue Probleme: Das Benzin geht aus. Britische Ärzte schlagen Alarm, weil sie nicht mehr zur Arbeit kommen.
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Wegen des Benzinmangels erscheinen Ärzte in Grossbritannien nicht mehr zur Arbeit. Foto: Fabian Strauch/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • In Grossbritannien fehlt es seit dem Brexit massiv an LKW-Fahrern.
  • Jetzt geht auf der Insel das Benzin und der Diesel aus.
  • Ärzte schlagen Alarm, weil sie ohne Auto nicht mehr zur Arbeit können.

Grossbritannien sitzt auf dem Trockenen. Der Mangel an LKW-Fahrern führte bereits letzte Woche zu leeren Regalen in Lebensmittelgeschäften. Jetzt bekommen die Briten einen weiteren, unangenehmen Nebeneffekt zu spüren. Das Benzin wird knapp.

Zahlreiche Tankstellen mussten aufgrund des Treibstoffmangels vorübergehend bereits schliessen. Wo es noch Benzin und Diesel gibt, bilden sich lange Schlangen und die Polizei muss gegen Hamsterer vorgehen.

Brexit: Ärzte kommen nicht mehr zur Arbeit

Doch von der Knappheit betroffen sind längst nicht nur Private. Jetzt schlagen auch Exponenten des Gesundheitssektors Alarm.

«Ärzte und andere Beschäftigte des Gesundheitswesens können sich nicht um Patienten kümmern. Weil sie nicht zur Arbeit kommen», sagte Julia Grace Patterson. Sie ist Vorsitzende der Vereinigung EveryDoctor, in der sich über 1700 britische Mediziner zusammengeschlossen haben.

Heimbesuche werden seltener

In einer Serie von Tweets erzählt Patterson Geschichten ihrer Mitglieder. Viele davon haben Probleme damit, zur Arbeit zu kommen. Die Ärztin fordert darum einen Notfallplan der Regierung, damit das Gesundheitswesen weiterhin funktionieren kann.

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Ein Krankenwagen verlässt King-Edward-VII.-Krankenhaus in London. - AFP

So musste beispielsweise ein Spital in Bedfordshire diese Woche eine Notfall-Sitzung einberufen. Alle Tankstellen in einem Radius von vier Meilen um das Krankenhaus waren leer. Mindestens vier Ärzte seien deswegen nicht zur Arbeit gekommen.

Wie oft tanken Sie pro Monat?

Besonders betroffen sind gemäss Patterson aber die Hausärzte, die Heimbesuche machen oder Patienten zu Hause betreuen. Diese müssten ihre Besuche stark reduzieren, weil kein Treibstoff erhältlich ist. Das sei eine «sehr beunruhigende Entwicklung».

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