Die Astrazeneca-Impfung hat Thrombose-Fälle hervorgerufen. Eine Studie der Gesellschaft für Neurologie widerlegt die Annahme, dass nur jüngere betroffen sind.
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Ampullen mit dem Impfstoff gegen das Coronavirus des schwedisch-britischen Pharmakonzerns Astrazeneca. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Astrazeneca-Impfung kam es in einigen Fällen zu Hirnvenenthrombosen.
  • Bisher ging man davon aus, vor allem jüngere Frauen davon gefährdet sein sollen.
  • Laut einem neuen Bericht ist das Risiko aber auch bei Älteren erhöht.

Auch bei älteren Frauen soll ein erhöhtes Risiko von Hirnvenenthrombosen bei einer Corona-Schutzimpfung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca bestehen. Dies sagen Experten einem Medienbericht zufolge.

Studie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie

Darauf weist dem Magazin «Spiegel» zufolge eine aktuelle Studie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) hin. Bislang war davon ausgegangen worden, dass vorrangig jüngere Frauen gefährdet sind.

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Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca. (Archivbild) - dpa

Die Arbeit wurde laut «Spiegel» noch nicht von anderen Forschenden begutachtet, sondern als sogenanntes Preprint veröffentlicht. Der Auswertung zufolge war die Hirnvenenthrombosen-Rate nach einer Astrazeneca-Impfung mehr als neunmal höher als nach einer mRNA-Impfung wie Biontech/Pfizer. Dabei sei die Rate bei Frauen im Vergleich zu jener bei Männern mehr als dreimal erhöht gewesen. Für die Studie seien neurologische Abteilungen und Kliniken in ganz Deutschland befragt worden.

Entscheidungsträger sollen über Impf-Empfehlungen beraten

Solche Thrombosen nach einer Impfung seien aber insgesamt sehr selten gemessen an der Anzahl der Impfungen. Dies betonten die beteiligten Forscherinnen und Forscher. Insgesamt hätten die Kliniken 45 Fälle von Hirnvenenthrombosen gemeldet.

Diese hätten sich in einem Zeitraum von 31 Tagen nach einer Impfung ereignet. Dazu kamen demnach 17 Fälle, in denen Betroffene unter anderem Schlaganfälle oder Hirnblutungen erlitten.

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Drei vorbereitete Spritzen mit AstraZeneca, einem Impfstoff gegen das Coronavirus. (Archivbild). - dpa

«Die Daten zeigen, dass auch ältere Frauen ein erhöhtes Risiko einer Hirnvenenthrombose nach Gabe des Astrazeneca-Vakzins haben.» Dies sagte der an den Auswertungen beteiligte Direktor des Instituts für Public Health an der Charité-Universitätsmedizin, Tobias Kurth, dem «Spiegel». Er rief die Entscheidungsträger dazu auf, rasch über mögliche Auswirkungen für die geltenden Impf-Empfehlungen zu beraten.

Aktuell wird der Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Jüngeren kann der Impfstoff auf deren Wunsch hin und nach eingehender Beratung verabreicht werden.

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