Georgien: Worum geht es bei den Protesten?

    Juli Rutsch
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    Die Kommunalwahlen in Georgien führten zu massiven Protesten. Die Regierung siegte, doch die Opposition und die EU kritisieren die Repressionen heftig.

    georgien Irakli Kobachidse
    Premierminister Irakli Kobachidse sieht die Proteste in Georgien als Versuch, die neue Regierung zu stürzen. (Archivbild) - KEYSTONE/DPA/Kay Nietfeld

    Die Kommunalwahlen in Georgien am 4. Oktober 2025 wurden von der Regierungspartei Georgischer Traum klar gewonnen. Diese erhielt über 80 Prozent der Stimmen.

    Viele Oppositionsparteien hatten die Wahlen boykottiert und riefen stattdessen zu Massenprotesten auf. Diese richteten sich gegen den zunehmend autoritären Kurs der Regierung, wie die «AFP» berichtet.

    Proteste nach Wahlen in Georgien

    In Tiflis versuchten Demonstranten sogar, in den Präsidentenpalast einzudringen. Dabei kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei. Dabei wurden mehrere Polizisten und Demonstranten verletzt.

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    Zu Tausenden protestieren Anhänger der proeuropäischen Opposition in Georgien gegen das offiziell verkündete Ergebnis nach der Parlamentswahl. - Zurab Tsertsvadze/AP/dpa

    Es kam zudem zu einem grossangelegten Polizeieinsatz mit Wasserwerfern und Tränengas, berichtet die «Tagesschau».

    Kritik aus der EU

    Die Europäische Union übte scharfe Kritik an den Kommunalwahlen. Sie nannte sie eine Wahl «inmitten umfassender Repressionen».

    Monatelange Razzien gegen unabhängige Medien, Gesetze gegen die Zivilgesellschaft und die Inhaftierung von Oppositionellen: Das alles hätten die Chancengleichheit für faire Wahlen stark eingeschränkt.

    Aufforderung der Regierung

    Auch Änderungen des Wahlrechts zugunsten der Regierungspartei Georgischer Traum hätten die Fairness zusätzlich beeinträchtigt. Die EU rief die georgischen Behörden nun zu Zurückhaltung auf.

    Die Versammlungs- und Meinungsfreiheit sollte respektiert werden. Neue Gewaltausbrüche sollten zudem vermieden werden, so «IT Boltwise».

    Kannst du den Unmut der Opposition und Protestierenden in Georgien nachvollziehen?

    Die politische Lage in Georgien ist angespannt: Die Opposition erkennt den Wahlausgang nicht an. Sie protestiert seit Monaten gegen die Regierung.

    Als Sturz deklariert

    Premierminister Irakli Kobachidse wertete die Ausschreitungen während der Proteste als gescheiterten Umsturzversuch. Er kündigte harte Strafmassnahmen gegen die Rädelsführer an.

    Die Zukunft der Opposition scheint ungewiss, da viele ihrer Führungspersonen inhaftiert sind oder unter Druck stehen. Der Protestgegenwind richtet sich auch gegen eine zunehmend prorussische Ausrichtung der Regierung.

    Das macht die tiefen politischen Gräben in Georgien deutlich, so die «Tagesschau».

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    Kommentare

    User #3554 (nicht angemeldet)

    Ich begreife die Opposition in Georgien nicht. Statt die Wahlen zu boykottieren hätte sie versuchen sollen, diese zu gewinnen mit dem Risiko, dass wie überall Wahlen verloren werden können.

    User #744 (nicht angemeldet)

    Fortschritt ohne Rückschritt hat es nie gegeben. Geschichte ist nie nur Gewinn-, sondern immer auch Verlustgeschichte. Worauf es ankommt, ist, dass wir nicht hinter die grossen Errungenschaften des transatlantischen Westens, das Erbe der Aufklärung und der beiden atlantischen Revolutionen des späten 18. Jahrhunderts, der Amerikanischen und der Französischen, zurückfallen. Obenan stehen dabei die Ideen der allgemeinen und unveräusserlichen Menschenrechte, der Herrschaft des Rechts, der Gewaltenteilung, der Volkssouveränität und der repräsentativen Demokratie.

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