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    Gegen Shein: Frankreich fordert hartes Durchgreifen der EU

    Juli Rutsch
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    Frankreich verlangt harte Sanktionen für die Billig-Plattform Shein. Illegale Produkte im Sortiment lösen ein Regierungsverfahren aus.

    Shein Frankreich
    Shein soll laut Frankreich für sein Online-Angebot hart sanktioniert werden. (Archivbild) - keystone

    Frankreich eskaliert im Konflikt mit dem chinesischen Online-Händler Shein. Die Regierung fordert von der EU-Kommission Untersuchungen und angemessene Sanktionen.

    Das teilte Aussenminister Jean-Noël Barrot gegenüber dem Sender «France Info» mit. Shein verstosse gegen europäische Vorschriften.

    Der Vorwurf von Frankreich gegen Shein wiegt schwer.

    In Frankreich eröffnet erste Laden von Shein

    Parallel zur Eröffnung eines ersten Ladenbereichs von Shein in Paris leitete die Regierung ein Verfahren ein. Die Plattform soll vorübergehend suspendiert werden, bis Konformität mit französischem Recht nachgewiesen ist.

    shein paris
    shein paris - keystone

    Das französische Finanzministerium kündigte eine erste Zwischenbilanz innerhalb von 48 Stunden an, berichtet die «NZZ».

    Skandal um illegale Produkte

    Der Auslöser ist brisant: Auf der Plattform wurden Sexpuppen mit kindlichem Aussehen angeboten. Das französische Wirtschaftsministerium droht Shein deshalb mit einem kompletten Verbot, sollte sich ein solcher Fall wiederholen.

    Nach Medienberichten wurde bereits ein Mann in Frankreich festgenommen, der eine solche Puppe bestellt hatte, so die «NZZ». Zusätzlich schlug ein Abgeordneter Alarm, weil über Shein Waffen vertrieben wurden.

    Shein Frankreich
    Unter den Millionen von Produkten, die Shein verkauft, entdeckten Ermittler der DGCCRF (französische Generaldirektion für Wettbewerbspolitik, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung) eine Reihe pornografischer Produkte, darunter eine aufblasbare Puppe mit kindlichem Aussehen. - Shein

    Ihr Besitz ist in Frankreich ohne spezielle Genehmigung verboten, wie die «Aachener Zeitung» meldet. Der Skandal bringt das Fass zum Überlaufen.

    Drastische Strafdrohungen im Raum

    Wirtschaftsminister Roland Lescure und Digitalministerin Anne Le Henaff wandten sich schriftlich an die EU-Kommission. Sie fordern vorläufige Massnahmen und unverzügliche Untersuchungen zur Aufklärung der Missstände, berichtet die französische Zeitung «Les Échos».

    Die EU-Kommission könne Geldbussen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Umsatzes verhängen. Shein ist unter dem Digital Services Act als sehr grosse Online-Plattform eingestuft.

    Die EU-Kommission ist daher befugt, Verstösse gegen das Gesetz zu untersuchen, wie «Cash» erläutert. Ein Sprecher der Kommission bestätigte den Erhalt des französischen Schreibens.

    Kritik an Plattform-Milliardären

    Aussenminister Barrot wählte deutliche Worte: Man habe grosse Online-Plattformen gedeihen lassen, deren Regeln von chinesischen und amerikanischen Milliardären festgelegt würden. Diese störten das wirtschaftliche, soziale und demokratische Leben der Nation, das sei inakzeptabel.

    Bestellst du bei Shein?

    Der Minister fordert die Kontrolle über die Grenzen zurückzugewinnen, berichtet «Cash». Frankreich warnt die EU-Kommission und alle Mitgliedstaaten vor diesen schwerwiegenden Verstössen.

    Man gehe davon aus, dass ähnliche Risiken in anderen EU-Ländern bestehen, so der veröffentlichte Brief. Shein setzte seinen Marktplatz in Frankreich daraufhin aus und überprüft nun seine Drittanbieter.

    Deutscher Handelsverband fordert Konsequenzen

    Auch in Deutschland mehren sich kritische Stimmen: Der Handelsverband HDE fordert härteres Vorgehen gegen Shein und Temu, wie «TradingView News» meldet. Verstösse gegen Gesetze müssten Konsequenzen haben, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

    Der unfaire Wettbewerb müsse aufhören. Eine Sperrung dürfe auch in Deutschland nicht ausgeschlossen werden, so Genth. Es brauche glaubwürdige und konsequente Strafen bei mangelnder Nachbesserung.

    Shein frankreich
    Protestanten vor dem Laden von Shein in Frankreich demonstrieren gegen den Vkerauf von Sexpuppen mit kindlichen Zügen. - keystone

    Die beiden chinesischen Plattformen werden nach HDE-Prognose in diesem Jahr rund 3,3 Milliarden Euro in Deutschland umsetzen.

    Produktsicherheit unter Beschuss

    Die Stiftung Warentest liefert alarmierende Zahlen: Von 162 getesteten Produkten von Shein und Temu erfüllten 110 nicht die EU-Standards. Die Prüfer fanden unsicheres Spielzeug, giftige Schwermetalle in Schmuck und zu heisse Ladegeräte.

    Der Trend sei stark wachsend, warnt der HDE. Shein betont, mit den Behörden zu kooperieren.

    Der Skandal um die Sexpuppen sei ein Versehen eines Drittanbieters gewesen, erklärte ein Unternehmenssprecher. Solche Inhalte seien inakzeptabel und widersprächen den Firmenwerten, wie das «SRF» berichtet.

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    Kommentare

    User #8795 (nicht angemeldet)

    Das ihr Temu nun so neben Shein darstellt zeugt davon, um was es euch wirklich geht. Die EU ist nur noch ein Bürokratenmoloch und die Bürger dürfen dafür blechen.

    User #6255 (nicht angemeldet)

    Wenn die Augen weiss sind, ist sie voll.

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