Dabei haben Ökonomen noch einen Wachstum vorhergesagt: Der britische Detailhandel nimmt im Juli 2,5 Prozent ab. Schuld ist die EM.
Viele schottische Fans waren während der EM nach London gereist. Foto: Kieran Cleeves/PA Wire/dpa
Viele schottische Fans waren während der EM nach London gereist. Foto: Kieran Cleeves/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die britischen Detailhändler setzen im Juli 2,5 Prozent weniger um.
  • Das in London ausgetragene EM-Turnier hielt die Konsumenten vom Einkaufen ab.
  • Auch das schlechte Wetter spielte eine Rolle.

Die Erfolge der Nationalmannschaft bei der Fussball-Europameisterschaft haben viele Engländer vom Shoppen abgehalten. Die britischen Detailhändler setzten im Juli überraschend 2,5 Prozent weniger um als im Vormonat, wie das Statistikamt am Freitag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen ein Wachstum von 0,4 Prozent vorhergesagt. Das teilweise in London ausgetragene Turnier – bei dem England bis ins Finale vorstiess und dort im Elfmeterschiessen gegen Italien verlor – habe Konsumenten vom Einkaufen abgehalten.

Auch schlechtes Wetter hält Kunden ab

Aber auch das teils schlechte Wetter habe für weniger Kundschaft gesorgt. Ein Indiz dafür ist, dass der Anteil der Online-Käufe wieder stieg. Sie erreichten 27,9 Prozent der Gesamtausgaben, nachdem sie im Juni noch auf den tiefsten Stand seit Ausbruch der Pandemie gefallen waren.

Ein Statistiker sagt, man habe keine Rückmeldung von Detailhändlern erhalten, wonach die Sorge über steigende Corona-Fälle hinter dem Umsatzrückgang stecken könnte. Analysten sehen das allerdings ganz anders. «Der starke Rückgang der Detailhandelsumsätze im Juli kann grösstenteils auf die steigenden Covid-Fälle zurückgeführt werden, die einige Haushalte dazu veranlassten, die Geschäfte zu meiden und andere zur Selbstisolierung zwangen», sagte etwa der Ökonom Samuel Tombs von Pantheon Macroeconomics.

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