Frühblüher in Europas Wäldern sind heute im Schnitt eine Woche früher dran als vor hundert Jahren.
Wilde Glockeblumen in einem Wald in Belgien
Wilde Glockeblumen in einem Wald in Belgien - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Forscher führen früher blühende Wildpflanzen auf Klimawandel zurück.

Davon zeugen von einem Forscherteam untersuchte konservierte Pflanzen und Pflanzenteile, wie die Universität Tübingen am Donnerstag mitteilte. Die Experten führen die frühere Blütezeit von Wildpflanzen wie Buschwindröschen, Waldmeister, Lungenkraut und Frühlingsplatterbse auf die Klimaerwärmung zurück.

Diese Wildpflanzen blühen früh im Jahr im Unterwuchs des Walds, bevor die Laubbäume ihre Blätter austreiben und Schatten werfen. Steigen die Temperaturen, öffnen sich die Blattknospen der Bäume tendenziell früher. Daran müssen sich den Forschern zufolge auch die Frühblüher anpassen. Allerdings gehen sie damit das Risiko ein, dass ihre Blüten von spätem Frost geschädigt werden. Ausserdem kommen sie nicht ohne bestäubende Insekten aus, die zur Blütezeit bereits aktiv sein müssen.

Für die Studie untersuchte das Forschungsteam mehr als 6000 quer durch Europa gesammelte Herbarbelege von 20 Frühblüherarten. Der Jahresrhythmus der Frühblüher und das Ausmass von Verschiebungen als Antwort auf Klimaveränderungen variiert dem Ergebnis zufolge «nicht nur zwischen verschiedenen Pflanzenarten, sondern auch über verschiedene Regionen hinweg».

Im Durchschnitt blühten die Pflanzen wie Einbeere, Bärlauch und Sauerklee mehr als sechs Tage früher als zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. Diese Veränderungen stehen in engem Zusammenhang mit wärmeren Frühlingstemperaturen. Die Blütezeit verschob sich pro Grad Celsius Erwärmung demnach um 3,6 Tage nach vorn.

Mehr zum Thema:

Studie