Für 4,55 Millionen Euro kaufte der französische Staat den Erotikroman «Die 120 Tage von Sodom» von Donatien Alphonse François de Sade.
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Der bekannte Erotikroman «Die 120 Tage von Sodom» des Marquis de Sade gehört nun dem französischen Staat. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • De Sades schrieb «Die 120 Tage von Sodom» im Jahr 1785 in Gefangenschaft.
  • Der französische Staat hat nun den bekannten Erotikroman erworben.
  • Dabei wurde er vom ehemaligen Banker Emmanuel Boussard finanziert.

Der bekannte Erotikroman «Die 120 Tage von Sodom» des Marquis de Sade gehört nun dem französischen Staat. Finanziert durch den ehemaligen Banker Emmanuel Boussard kaufte die Regierung das Werk aus dem Jahr 1785 für 4,55 Millionen Euro. Das teilte das Kulturministerium am Freitag mit.

De Sades wichtigster Text soll in die Bibliothèque de l'Arsenal in Paris aufgenommen werden. Diese beherbergt bereits eine bemerkenswerte Sammlung von Werken des 18. Jahrhunderts.

Donatien Alphonse François de Sade (1740-1814), der Namensgeber des «Sadismus», verfasste den Text im Jahr 1785. In dieser Zeit war er in Gefangenschaft in der Pariser Bastille. Der Roman beschreibt die sadistischen Sexualpraktiken von vier reichen Franzosen, die ihre sehr jungen Opfer vergewaltigen, foltern und auch töten.

Donatien Alphonse François Sade
Das Manuskript von Donatien Alphonse François de Sade. - AFP/Archiv

Donatien Alphonse François de Sade selbst glaubte, dass das Werk den Sturm auf die Bastille 1789 nicht überlebt hatte. Tatsächlich wurde es jedoch von dem Revolutionär Arnoux de Saint-Maximim in Sicherheit gebracht und wechselte mehrfach den Besitzer. Unter anderem erwarb der deutsche Psychiater Iwan Bloch es und ermöglichte so 1904 die erste Veröffentlichung des Romans.

Zuletzt war es im Besitz des Geschäftsmanns Gérard Lhéritier, Gründer der Firma Aristophil, gegen die wegen Betrugs ermittelt wird. Die französische Regierung nutzte die Abwicklung des Unternehmens 2017, um das Manuskript als «Nationalschatz» einzustufen.

Um den Ankauf zu finanzieren, rief die Regierung Unternehmen zu einem «Sponsoring» auf – mit Erfolg. Die Summe wurde vollständig von Boussard beigesteuert. Dessen Grossvater war von 1943 bis 1964 Verwalter der Bibliothèque de l'Arsenal in Paris.

Donatien Alphonse François de Sade schrieb in kleiner Handschrift

Das Kulturministerium rühmte den Roman als «wahres Kulturdenkmal. Es sei ein bedeutender Text der Kritik und der Fantasie, aufrührerisch und nun ein Klassiker, der Autoren geprägt habe.

De Sade schrieb den Roman in einer extrem kleinen, kaum lesbaren Handschrift auf einer über zwölf Meter langen Schriftrolle nieder.

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