In der Schweiz vertrauen Frauen dem Staat weniger als Männer
In der Schweiz misstrauen Frauen öffentlichen Institutionen stärker als Männer. Dabei beträgt der geschlechterspezifische Unterschied ganze 20 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweiz hat international gesehen ein vergleichsweise hohes Vertrauen in den Staat.
- Hierzulande ist der Unterschied zwischen Männer und Frauen dennoch bemerkenswert.
- Eine Studie zeigt: Der Geschlechterspezifische Unterschied beträgt beachtliche 20 Prozent.
Frauen in der Schweiz misstrauen öffentlichen Institutionen stärker als Männer. Obwohl das Vertrauen im internationalen Vergleich hoch ist, ist das Geschlechtergefälle in der Schweiz besonders hoch.
So vertrauen 45 Prozent der Frauen in ihre Fähigkeit zur politischen Teilnahme, gegenüber 65 Prozent der Männer, wie das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) am Dienstag mitteilte.
Das EGB hat die Studie bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Auftrag gegeben. Insgesamt wurden dafür die institutionellen Vertrauenswerte in dreissig Ländern untersucht.
An keiner politischen Aktivität beteiligen sich der Studie zufolge 26 Prozent der Frauen in der Schweiz. Bei den Männern lag dieser Anteil bei 17 Prozent. Dieser geschlechtsspezifische Unterschied ist laut EGB fast doppelt so gross wie der durchschnittliche Unterschied der OECD-Länder.
Unterschiede bei Zufriedenheit mit öffentlichen Dienstleistungen
Auch bei der Zufriedenheit mit öffentlichen Dienstleistungen zeigten sich Unterschiede. Rund die Hälfte der Frauen war der Ansicht, die Behörden behandelten Unterstützungsanträge gleichberechtigt. Bei den Männern waren es fast zwei Drittel.
Weniger als die Hälfte der Frauen meinte zudem, das Parlament vertrete die Interessen verschiedener Bevölkerungsgruppen gleichermassen. Bei den Männern teilten sechs von zehn diese Ansicht.
Frauen und Mädchen früher und stärker in Politik involvieren
Die Studie empfahl unter anderem, Frauen und Mädchen früher und stärker in die Politik miteinzubeziehen, deren Erfahrungen und Erwartungen an öffentliche Dienstleistungen zu berücksichtigen und die Zugänge zu Verwaltungsverfahren zu verbessern.
Weitere Verbesserungen bedürfe es der Studie zufolge bei der Erhebung und Verarbeitung geschlechtsspezifischer Daten. Die Ergebnisse der Studie fliessen laut EGB in die Weiterentwicklung der Gleichstellungsstrategie 2030 des Bundesrates ein.
















