Frankreich streicht Wort «Rasse» aus der Verfassung

    Mit der Änderung soll mehr Gleichheit in Frankreich erreicht werden. Auch der Unterscheidung der Geschlechter wird eine Absage erteilt.

    Emanuel Macron
    Der französische Staatschef Emanuel Macron. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Kriterium der «Rasse» wird aus der Verfassung gestrichen.
    • Die Abgeordneten schlossen sich der Meinung von Staatschef Emmanuel Macron an.

    Die französische Nationalversammlung hat am Donnerstag einstimmig beschlossen, das Wort «Rasse» aus der Verfassung zu streichen. Im ersten Artikel der Verfassung hiess es bisher, Frankreich garantiere «allen Bürgern die Gleichheit vor dem Gesetz, unabhängig von ihrer Herkunft, Rasse oder Religion».

    Künftig heisst es: «unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder Religion». Damit wird auch der Unterscheidung nach Geschlechtern eine Absage erteilt. An der Abstimmung nahmen 119 Abgeordnete teil.

    Der Begriff «Rasse» sei veraltet

    Die Abgeordneten schlossen sich der Meinung von Staatschef Emmanuel Macron und seiner Partei La République en Marche (LREM) an, wonach der Begriff «Rasse» veraltet sei. Er steht seit 1946 in der Verfassung und sollte den Rassentheorien der Nazis entgegenstehen.

    In der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft ist nach wie vor von Rasse die Rede (Art. 8). Im Wortlaut: «Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts [..].»

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