Frankreich pocht auf eine massive Überprüfung britischer Waren vom Jahreswechsel an.
Eine Fähre im Hafen von Calais. Foto: Michel Spingler/AP/dpa
Eine Fähre im Hafen von Calais. Foto: Michel Spingler/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Michel Spingler
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU und Grossbritannien hatten sich am Heiligabend auf den Brexit-Handelspakt geeinigt.
  • Frankreich will aber genau hinschauen bei britischen Produkten.

«Wir müssen britische Produkte kontrollieren, die zu uns kommen», sagte Europa-Staatssekretär Clément Beaune am Freitag im Sender Europe 1. Bei Nahrungsmitteln oder Industrieprodukten müssten alle geltenden Normen eingehalten werden. Der französische Staat habe rund 1 300 Menschen angeworben, um diese Kontrollen zu gewährleisten.

Damit sollen Zölle vermieden und unbegrenzter Handel in beide Richtungen erlaubt werden. Grossbritannien hat die EU schon Ende Januar verlassen und ist nur noch in einer Übergangszeit bis 31. Dezember Mitglied im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion.

Ärmelkanal als Nadelöhr

Frankreich ist ein wichtiges Drehkreuz für britische Waren. Etwa 70 Prozent des Handelsvolumens zwischen Grossbritannien und der EU laufe über die nordfranzösischen Häfen Calais und Dünkirchen sowie über den Eurotunnel, wie die Präfektur für die nordfranzösische Region Hauts-de-France berichtete.

Beaune, ein Vertrauter von Staatschef Emmanuel Macron, kündigte ein Hilfsprogramm für französische Fischer mit einem zweistelligen Millionenbetrag an. «Wir werden sie begleiten», sagte er mit Blick auf die Fischer. Der Handelspakt sieht eine Übergangsphase von fünfeinhalb Jahren vor, in der EU-Fischer in britischen Gewässern 25 Prozent weniger fischen dürfen. Die Fischerei hat in Frankreich einen hohen Symbolwert.

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