Frankreich nimmt ein Kohlekraftwerk wieder in Betrieb. Damit soll die Stromkrise angesichts stillgelegter Akw und Gasmangels überstanden werden.
Frankreich nimmt wegen des drohenden Energiemangels im kommenden Winter ein Kohlekraftwerk in Lothringen wieder in Betrieb. (Archivbild)
Frankreich nimmt wegen des drohenden Energiemangels im kommenden Winter ein Kohlekraftwerk in Lothringen wieder in Betrieb. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/DPA/BERND THISSEN
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Das Wichtigste in Kürze

  • Frankreich startet ein Kohlekraftwerk, das im März stillgelegt wurde, wieder.
  • Damit reagiert das Land auf die Energiekrise.
  • Statt aus Russland kommt die Kohle nun aus Kolumbien, den USA und Südafrika.

Angesichts der Energie-Krise und des Ausfalls vieler Atomkraftwerke nimmt Frankreich an diesem Wochenende das Kohlekraftwerk in Saint-Avold bei Saarbrücken wieder in Betrieb.

Zunächst befristet bis Ende 2023 soll das erst Ende März vom Netz gegangene Kraftwerk Emile-Huchet wieder Strom produzieren. Dies hatte das Energieministerium in Paris beschlossen. Rund 70 entlassene Beschäftigte wurden mit Lohnaufschlägen zur Rückkehr an ihren alten Arbeitsplatz bewegt und das zuletzt nur wenig gewartete Kraftwerk in aller Eile mit Millionen-Aufwand wieder fit gemacht. Bis auf ein Reservekraftwerk ist das Werk in Lothringen das letzte in Frankreich.

AKW
Rund die Hälfte der französischen Akw stehen wegen Wartungsarbeiten still. - Keystone

Bereits in den Wochen vor seiner Schliessung hatte das Kraftwerk auf Hochtouren russische Importkohle verfeuert, um den Strombedarf zu decken. Nun wurde Kohle vor allem aus Kolumbien, den USA und Südafrika herbeigeschafft, um das Kraftwerk anzufeuern.

Frankreich droht in diesem Winter bei der Stromversorgung in die Klemme zu geraten, weil die Hälfte der 56 Atomkraftwerke wegen Wartungen und Inspektionen vom Netz sind. Die Regierung hat dem Stromkonzern EDF zwar Druck gemacht, möglichst alle AKW bis zum Winter am Laufen zu haben. Ob das gelingt, ist offen.

Gegen den Neustart des Kraftwerks in Lothringen protestierten Umweltschützer bereits mehrfach, wie die Zeitung «Le Républicain Lorrain» berichtete. Im angrenzenden Saarland plant der Kraftwerksbetreiber Steag, die beiden Kohlekraftwerke Quierschied und Bexbach voraussichtlich Anfang November wieder in Betrieb zu nehmen. Ebenfalls soll das Steinkohlekraftwerk im saarländischen Völklingen-Fenne über die eigentlich geplante Stilllegung Ende Oktober hinaus weiter betrieben werden.

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