Im Mai 2021 wurde eine Ryanair-Maschine in Belarus zur Landung gezwungen. Die Flugbehörde hält jetzt fest: Das war unrechtmässig.
In Belarus
Belarussische Behörden hatten das Ryanair-Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Landung gebracht. - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die erzwungene Ryanair-Landung in Belarus war unrechtmässig.
  • Zu diesem Schluss kommt die internationale Zivilluftfahrtorganisation.
  • Die als Grund für die Landung angegebene Bombendrohung sei absichtlich falsch gewesen.

Die internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) hat die erzwungene Landung eines Ryanair-Flugzeuges in Belarus im Mai 2021 als unrechtmässigen Eingriff der Regierung in Minsk verurteilt. Das teilte die Sonderorganisation der UN am Dienstag (Ortszeit) nach Auswertung von neuem Material, darunter auch Tonaufnahmen des für die Maschine zuständigen Flutlotsen in Minsk, mit.

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Der Journalist Roman Protassewitsch, hier bei einer Verhaftung durch belarussische Polizisten im Jahr 2017. Foto: Sergei Grits/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Die als Grund für die Landung angegebene Bombendrohung sei absichtlich falsch gewesen und der Flugbesatzung auf Anweisung hoher belarussischer Regierungsbeamter übermittelt worden, so die ICAO.

Regierungskritiker nach Landung festgenommen

Die Behörden in Belarus hatten im Mai vergangenen Jahres den Ryanair-Flug FR4978 mit mehr als 100 Menschen an Bord auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen.

Oppositionsaktivist Blogger Roman Protassewitsch
Roman Protassewitsch (M), Oppositionsaktivist und Blogger, bei einer Kundgebung der Opposition in Minsk. (Archivbild) - dpa

An Bord befanden sich auch der regierungskritische belarussische Blogger Roman Protassewitsch, Mitgründer des oppositionellen Telegram-Kanals Nexta, und seine damalige Freundin Sofia Sapega. Beide wurden nach der Landung festgenommen. Die EU sperrte daraufhin ihren Luftraum für Flugzeuge aus der ehemaligen Sowjetrepublik.

Vier belarussische Regierungsvertreter in USA angeklagt

Sapega wurde im Mai von der Justiz des autoritär regierten Landes zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie im Messengerdienst Telegram einen oppositionellen Kanal betrieb. Ende Juni bat sie Machthaber Alexander Lukaschenko um Begnadigung.

Gegen Protassewitsch soll Medien zufolge der Prozess noch laufen. In den USA wurden im Januar vier belarussische Regierungsvertreter in Abwesenheit wegen der erzwungenen Landung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft in New York wirft ihnen «Verschwörung zur Luftpiraterie» vor, worauf als Höchststrafe lebenslange Haft stehe. Unter den Passagieren seien auch vier US-Staatsbürger gewesen, hiess es.

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