FBI setzt deutschen Betrüger auf «Most Wanted»-Liste
Das FBI intensiviert seine Fahndung nach einem deutschen Betrüger, der sich derzeit in München aufhalten soll.

Die US-Bundespolizei setzte den 65-Jährigen auf die «Most Wanted Fraudsters»-Liste, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Zuvor war er nach seiner Verurteilung wegen Anlagebetrugs aus den Vereinigten Staaten geflohen. Der Unternehmer hatte den Angaben nach zwischen 2014 und 2017 mehrere Investoren um mehr als 20 Millionen US-Dollar geprellt.
Im Detail hatte er seine Opfer in Kalifornien zu Investitionen in sein Unternehmen überredet. «Er behauptete, die Technologie könne Prominenten und Social-Media-Influencern helfen, ihre Markenempfehlungen zu monetarisieren», heisst es vom FBI.
Das eingesammelte Geld steckte er allerdings nicht in die Weiterentwicklung seines Produkts: Stattdessen nutzte er den Angaben zufolge einen Teil davon, «um sich selbst zu bereichern und seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren». So habe er damit Luxusautos, die Aufrüstung seiner Jacht oder die Renovierung seiner Villa in Malibu finanziert. Nach Schätzungen der Staatsanwaltschaft summierte sich der Schaden für die Opfer auf mindestens 26,8 Millionen US-Dollar (rund 23 Mio. Euro). Eine Gerichtsjury in Los Angeles sprach ihn im April 2025 für schuldig. Allerdings floh der Mann später nach Mexiko.
Mexikanische Strafverfolgung fasste ihn – zumindest kurz
Im September 2025 fassten mexikanische Strafverfolgungsbehörden den Deutschen mit gefälschten Ausweisdokumenten. Nach seiner Entlassung aus der Abschiebehaft wurde er angewiesen, sich alle zwei Wochen zu melden. Der Mann floh nach FBI-Angaben allerdings am 6. Oktober 2025 nach München. Die Bundespolizei vermutet, dass er sich in oder in der Nähe der bayerischen Landeshauptstadt aufhält. In seiner Abwesenheit wurde der Mann zu 15 Jahren Haft in einem Bundesgefängnis, einer Geldstrafe von 35.000 US-Dollar sowie einer Zahlung von 26,8 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt.
Bei der «Most Wanted Fraudsters»-Liste des FBI handelt es sich um ein Verzeichnis flüchtiger Betrüger, nach denen die Behörde international fahndet. Informationen, die zur Festnahme und Verurteilung der Gesuchten führen, werden mit bis zu 150.000 US-Dollar belohnt.














