Summerdays

VIP-Gäste an Summerdays Festival: «30 Minuten warten für Getränk»

Am Summerdays Festival am Bodensee kostete ein VIP-Pass über 400 Franken. Zwei Gäste kritisieren lange Wartezeiten, Gedränge und die Organisation.

«Über 30 Minuten für ein Getränk»: VIP-Gäste kritisieren Summerdays
Am Summerdays Festival 2026 gab es viele glückliche Besucherinnen und Besucher, jedoch waren auch kritische Stimmen zu hören. - Michael Dornbierer

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr als 400 Franken kostete der Zweitages-VIP-Pass am Summerdays Festival in Arbon TG.
  • Zwei Gäste berichten nun von langen Wartezeiten, Gedränge und einer mangelhaften Organisation.
  • Die Festivalleitung nimmt die Kritik ernst – und verweist auf den starken Regen am Freitag.

Das Summerdays Festival in Arbon TG am Bodensee ist vorbei. Die Bühnen sind abgebaut, die Besucherinnen und Besucher längst wieder zu Hause. Bei zwei Gästen ist der Anlass allerdings noch nicht ganz abgeschlossen.

Sie ziehen eine kritische Bilanz ihres VIP-Erlebnisses. Nicht der Regen vom Freitagabend ist der Grund für ihren Unmut und auch nicht der Ast, der am Samstagnachmittag im VIP-Bereich abbrach und drei Personen leicht verletzte.

Gedränge vor der Bühne

Vielmehr ärgern sich die beiden über lange Wartezeiten, das Gedränge vor der Bühne und aus ihrer Sicht mangelhafte Abläufe. «Wir mussten am Freitagabend über eine halbe Stunde an der Bar im VIP-Bereich anstehen, um etwas zu trinken bestellen zu können», sagt einer der beiden Gäste.

Der Zweitages-VIP-Pass kostete 2026 405,90 Franken. Was die beiden dafür geboten bekamen, empfanden sie als enttäuschend. Insbesondere vor der Bühne sei es zeitweise sehr eng gewesen.

Bier
«Wir mussten am Freitagabend über eine halbe Stunde an der Bar im VIP-Bereich anstehen, um etwas zu trinken bestellen zu können», beklagt sich ein Gast des Summerdays Festival. (Symbolbild) - keystone

Die beiden Gäste hätten den Auftritt von Gotthard deshalb kaum ungestört verfolgen können. «Ich bin mir nicht sicher, ob all diese Leute im VIP-Bereich auch wirklich einen VIP-Bändel hatten», sagt einer der beiden.

Belegen können die Gäste diese Vermutung allerdings nicht. Auch der Geräuschpegel und das Gedränge hätten sie gestört. «Auch zahlreiche andere Gäste haben sich darüber beschwert», sagt der zweite Gast.

Die Festivalleitung bestätigt, dass es am Freitag im VIP-Bereich zeitweise sehr voll gewesen sei. Sie führt dies auf den anhaltenden Regen zurück.

«Problem war bereits bekannt»

Die beiden Gäste sagen, die langen Wartezeiten an der Bar seien kein neues Problem. Als sie eine Mitarbeiterin darauf angesprochen hätten, habe diese erklärt: «Ja, wir wissen davon.»

Nach Angaben der Gäste wurde den Verantwortlichen bereits im vergangenen Jahr entsprechendes Feedback gegeben. Sie hätten deshalb erwartet, dass die Abläufe inzwischen verbessert worden seien.

Für zusätzlichen Unmut sorgte nach ihren Angaben das Rauchen im VIP-Bereich. Dort sei während des Anstehens an der Bar geraucht worden. «Wir mussten schauen, dass wir während des Anstehens für unsere Getränke keine Brandlöcher in unsere Kleidung bekommen», sagt einer der beiden.

Trotz ihrer Kritik blieben die Gäste am Freitagabend auf dem Festivalgelände. Sie verfolgten den Auftritt von Gotthard und versuchten, den Abend trotzdem zu geniessen.

Lange Wartezeiten am Cashpoint

Nach dem Konzert war für die beiden zunächst offen, ob sie am Samstag nochmals nach Arbon kommen würden. Deshalb wollten sie das noch vorhandene Guthaben auf dem Chip ihres Festivalbändels zurücküberweisen lassen.

Summerdays Festival
Das Summerdays Festival in Arbon TG am Bodensee. - keystone

Allerdings hätten sie sich dabei schlecht orientieren können. «Die Kennzeichnung und Beschriftung war äusserst schlecht», sagt einer der Gäste. Und auch am Cashpoint warteten bereits zahlreiche Personen.

Für die beiden Gäste passte die lange Suche nach dem Gerät und die anschliessende Wartezeit ins Bild: «Es scheint, als ob die Logistik am Summerdays für die Anzahl Besucherinnen und Besucher einfach nicht ausgerichtet ist», sagt einer der beiden.

Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis beurteilen die beiden kritisch. Für den Zweitages-VIP-Pass hätten sie mehr als 400 Franken bezahlt. Angesichts der gemachten Erfahrungen sei dieser Preis aus ihrer Sicht nicht gerechtfertigt.

Ihr Fazit fällt entsprechend deutlich aus: «Nie wieder!»

Kritik wird analysiert

Die Festivalleitung nimmt die Kritik nach eigenen Angaben ernst. Sie bedauert, wenn einzelne Gäste ihr Festivalerlebnis als unbefriedigend empfunden hätten.

Die längeren Wartezeiten an der Bar am Freitagabend nehme man zur Kenntnis und werde sie intern analysieren.

Warst du schon einmal beim Summerdays Festival?

Gleichzeitig erklärt die Festivalleitung: «Der anhaltende Regen am Freitag hat zeitweise zu einer sehr hohen Belegung im VIP-Bereich geführt.» Am Samstag sei die Belegung trotz gleicher Auslastung entspannter gewesen.

Auch darüber hinaus würden Rückmeldungen über verschiedene Kanäle entgegengenommen. In den kommenden Tagen soll zudem die jährliche Besucherumfrage durchgeführt werden.

Erfreut zeigen sich die Verantwortlichen über die zahlreichen positiven Rückmeldungen auf den Social-Media-Kanälen. Gleichzeitig wolle man auch kritische Stimmen nutzen, um das Festival weiterzuentwickeln.

Positive Bilanz

Insgesamt zieht die Festivalleitung eine positive Bilanz. Die Ausgabe 2026 war mit 12’000 Besucherinnen und Besuchern pro Abend ausverkauft.

Insgesamt besuchten damit rund 24’000 Menschen Festival in Arbon.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in den «Bodensee Nachrichten» erschienen.

Kommentare

User #4832 (nicht angemeldet)

Hat sich einiges verändert seit dem Corona-Lockdown anno dazumal🙄

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