Falsche Lehrerin täuscht Schulen jahrelang
Am Heidelberger Landgericht hat der Prozess gegen eine 41-Jährige begonnen, die jahrelang ohne Qualifikation als Lehrerin gearbeitet haben soll.

Eine Frau hat jahrelang an mehreren Privatschulen unterrichtet, obwohl sie keine Qualifikation besass. Die «Badische Zeitung» berichtet, dass die 41-Jährige von 2021 bis 2024 in Heidelberg tätig war.
Als Lehrerin unterrichtete sie die Fächer Mathematik, Physik und Chemie mit gefälschten Hochschulzeugnissen. Bei ihrem Arbeitgeber soll sie etwa 200'000 Euro Bruttolohn erschlichen haben.
Die Angeklagte setzte ihre Betrügereien auch nach ihrer Entlassung fort. Laut der «Badischen Zeitung» zog sie ins Saarland und arbeitete ab Januar 2025 an einer weiteren Privatschule.
Psychologische Erklärung für wiederholte Hochstapelei
Im April 2025 wurde ihre fehlende Qualifikation entdeckt und sie wurde fristlos gekündigt. An dieser Privatschule soll sie sich 11'000 Euro erschlichen haben.
Der Fall zeigt ein bemerkenswert persistentes Verhaltensmuster der Angeklagten. «T-Online» zufolge sagte ein Psychologe der Freien Universität Berlin, dass Hochstapler oft in einer «Verführungssituation» zu betrügen beginnen.
Sie seien häufig intelligente Menschen mit grosser Einfühlungsfähigkeit, denen es zunehmend schwerfalle, sich aus ihrem Lügengespinst zu befreien.
Familiengeschichte als mögliches Motiv
Die Angeklagte gab vor Gericht zu, dass alle ihre Familienmitglieder Lehrerinnen und Lehrer gewesen seien, schreibt die «Badische Zeitung».
Sie habe sich selbst unter extremen Druck gesetzt, ebenfalls als Lehrerin zu arbeiten, sagte sie.
«Ich empfinde extreme Scham», erklärte die 41-Jährige mit leiser und gebrochener Stimme vor Gericht. «Ich bin unfassbar ungläubig, wie ich das schaffen konnte, wie ich das überhaupt machen konnte.»
Gerichtsprozess und mögliche Haftstrafe für «falsche Lehrerin»
Das Verfahren gegen die Hochstaplerin hat am Montag am Heidelberger Landgericht begonnen.

Wie «Heidelberg24» berichtet, wirft das Gericht der Frau Betrug und Urkundenfälschung vor.
Der Frau drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Ein Urteil könnte am 10. April verkündet werden.
Frühere Verurteilungen zeigen ein bestehendes Muster
Dies ist nicht der erste Fall von Täuschung durch die Angeklagte.
Die «Badische Zeitung» berichtet, dass sie bereits 2021 in Rheinland-Pfalz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde.
Sie hatte sich damals mit gefälschten Universitätsabschlüssen Zugang zum Referendariat verschafft. Ende 2023 folgte eine weitere Bewährungsstrafe in Heidelberg wegen Urkundenfälschung.












