Ex-Wirecard-Chef Braun legt Haftbeschwerde ein

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    Deutschland,

    Die Aufarbeitung des Wirecard-Skandals hat gerade erst begonnen. Ex-Chef Markus Braun sitzt seit zwei Monaten in Untersuchungshaft - und will nun raus.

    Ex-Chef Markus Braun hatte sich und Wirecard bei seinem Rücktritt Ende Juni zunächst als Opfer eines gigantischen Betrugs dargestellt. Foto: Peter Kneffel/dpa
    Ex-Chef Markus Braun hatte sich und Wirecard bei seinem Rücktritt Ende Juni zunächst als Opfer eines gigantischen Betrugs dargestellt. Foto: Peter Kneffel/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der seit zwei Monaten hinter Gittern sitzende frühere Wirecard-Chef Markus Braun will auf freien Fuss gesetzt werden.

    Seine Anwälte haben Haftbeschwerde eingelegt, wie es in informierten Kreisen hiess.

    Zuvor hatte das «Handelsblatt» darüber berichtet. Eine offizielle Bestätigung oder eine Stellungnahme der Anwälte gab es nicht.

    Das Münchner Amtsgericht hatte den österreichischen Manager am 22. Juli auf Antrag der Staatsanwaltschaft hinter Schloss und Riegel gesetzt. Haftbeschwerden können Untersuchungshäftlinge jederzeit einlegen. Braun hatte sich und das Unternehmen bei seinem Rücktritt Ende Juni zunächst als Opfer eines gigantischen Betrugs dargestellt.

    Die Ermittler gehen von «gewerbsmässigem Bandenbetrug» aus, bei dem die Wirecard-Chefetage unter massgeblicher Beteiligung Brauns über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe ausgewiesen haben soll. Der Schaden für die kreditgebenden Banken und Investoren könnte sich auf 3,2 Milliarden Euro summieren. Wirecard ist Zahlungsabwickler für Kreditkarten an Ladenkassen und im Internet. Die Geschäfte mit nicht existenten Kunden wurden nach derzeitigem Stand der Ermittlungen über Subunternehmer im Mittleren Osten und in Südostasien abgewickelt.

    Sollte sich das am Ende bestätigen, stünde der insolvente Bezahldienstleister für den grössten Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte. Bisheriger Rekordhalter ist die Flowtex-Gruppe, die Ende der 1990er Jahre mit dem Verkauf nicht existenter Spezialbohrmaschinen gut zwei Milliarden Euro Schaden angerichtet hatte.

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