Deutsche, italienische und andere europäische Behörden sind gemeinsam gegen professionelle Geldwäscherei vorgegangen. Dies ist ein grosser Schlag für Betrüger.
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Geldwäscherei. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Italienischen und deutschen Behörden ist ein grosser Coup gegen Betrüger gelungen.
  • Fahnder konnten insgesamt Kryptowährungen im Wert von 41 Millionen Euro beschlagnahmen.

In Zusammenarbeit mit italienischen und weiteren europäischen Behörden ist der deutschen Polizei ein grosser Schlag gelungen. Zusammen sind sie gegen professionell agierende Geldwäscher-Banden und Betrüger vorgegangen.

Die «Operation Carta Bianca» fand mit grossem Aufgebot statt. Die italienische Finanzpolizei Guardia di Finanza Aosta, die Staatsanwaltschaft Turin, Europol und die EU-Justizbehörde Eurojust sind beteiligt gewesen. Das teilten die in Deutschland zuständigen Polizei und Staatsanwaltschaft Duisburg am Dienstag mit.

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EU will härter gegen Geldwäsche vorgehen - AFP

In Italien wurden den Angaben zufolge 17 Haftbefehle erlassen. Beamte durchsuchten in den frühen Morgenstunden Wohnungen und Gewerbeobjekte auch in der Schweiz und Deutschland. Wie die italienische Finanzpolizei am Morgen mitteilte, haben Ermittler insgesamt 22 Verdächtige im Alter von 32 bis 77 Jahren festgenommen.

Das Amtsgericht Duisburg veranlasste davon fünf Haftbefehle, die in Deutschland, Italien und der Schweiz vollstreckt wurden. Zu den Tatverdächtigen gehörten unter anderem zwei Inhaber von Steuerberatungs- und Treuhandgesellschaften. Die sind in NRW und Baden-Württemberg zu Hause. Auch ein ehemaliger Finanzbeamter aus dem Ruhrgebiet war beteiligt.

Kryptowährung im Wert von 41 Millionen Euro

Insgesamt beschlagnahmten die Fahnder, unter anderem Bankkonten, Immobilien und Kryptowährungen im Wert von insgesamt rund 41 Millionen Euro. Es bestehe der Verdacht der Bildung krimineller Vereinigungen, des schweren Betrugs zur Erlangung öffentlicher Leistungen sowie der Geldwäsche. Das geht aus Berichten der Guardia di Finanza und den Duisburger Behörden hervor. Dort das Verfahren unter dem Namen «EK Grün».

Die Ermittler nahmen europaweit seit Mai 2019 hunderte Konten und Firmen unter die Lupe. Sie werteten dutzende Datenträger aus, ehe sich durch «umfassende und dezidierte Recherche» ein Gesamtbild zusammenfügte. So die Duisburger Behörden.

Involviert waren auch die Steuerfahndung Düsseldorf beim Landeskriminalamt NRW. Aber auch die Steuerfahndungen in Bochum und Cottbus, die Staatsanwaltschaft des Schweizer Kantons Luzern und die dortige Polizei.

Mechanismus der Energieeffizienzachweis im Fokus

Im Zentrum der Ermittlungen der Turiner Staatsanwaltschaft steht ein Betrug, bei dem es um den Mechanismus der Energieeffizienznachweise geht. Hierbei handele es sich um das wichtigste Instrument zur Förderung der Energieeffizienz in Italien, das dort 2005 eingeführt wurde. Der Tätergruppierung aus Italien wird vorgeworfen, unter anderem Scheinfirmen gegründet zu haben. Somit konnten im Zeitraum zwischen 2016 und 2020 öffentliche Gelder in Höhe von mehr als 27 Millionen Euro erschlichen werden.

Die Tatverdächtigen aus Deutschland sollen einen Grossteil, fast 15 Millionen Euro des in Italien widerrechtlich erlangten Geldes, «gewaschen» haben. Nach Abzug einer zehnprozentigen Provision wurden die Gelder – meist in bar – wieder nach Italien gebracht.

Es kam den Angaben zufolge bei mehr als 500 Überweisungen aus Italien zu Verschleierungshandlungen. Dazu seien zum Teil Scheinfirmen gegründet worden. Mit falschen Rechnungen, zum Beispiel für angebliche Solaranlagen, wurde der Geldfluss verschleiert. Ein Teil dieser Scheinfirmen hatte den Sitz in Zossen (Brandenburg).

Verfahren nach Schüssen in Köln aufgenommen

In einem anderen Fall haben mehr als 250 Spezialeinsatzkräfte der Polizei am Dienstagmorgen 16 Objekte einer Rockergruppe durchsucht. Hintergrund sei ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes.

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Die Hells Angels. - Keystone

Dieses wurde nach Schüssen auf ein ehemaliges «Hells Angels»-Mitglied (31) in Köln im Oktober eingeleitet. Die Ermittlungen richteten sich gegen 15 Männer im Alter von 23 bis 51 Jahren. Die waren allesamt Angehörige der Ortsgruppe «Hells Angels MC Honorfield».

Bei dem Angriff auf den 31-Jährigen soll einer der Beschuldigten nach Polizeiangaben mindestens drei Schüsse abgegeben haben. Eines der Geschosse schlug durch die Rollläden in die Wohnung eines Unbeteiligten ein. Verletzt wurde dabei niemand.

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