EU

EU-Parlament will Armut von Beschäftigten bekämpfen

DPA
DPA

Deutschland,

Ein Job soll Menschen versorgen - doch das ist nicht immer der Fall. Besonders betroffen von Erwerbstätigenarmut sind Frauen und Menschen mit Behinderung. Jetzt plant das EU-Parlament Gegenmassnahmen.

Unter den Augen von Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, hat das EU-Parlament Pläne gegen Erwerbstätigenarmut debattiert. Foto: Olivier Matthys/AP Pool/dpa
Unter den Augen von Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, hat das EU-Parlament Pläne gegen Erwerbstätigenarmut debattiert. Foto: Olivier Matthys/AP Pool/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Europaparlament will stärker gegen Armut von Beschäftigten vorgehen.

Die EU-Abgeordneten stimmten einem entsprechenden Bericht zu, wie im Plenum in Brüssel verkündet wurde. Beschäftigungskommissar Nicolas Schmit hatte zuvor in der Plenardebatte angemerkt, Erwerbstätigenarmut entziehe der Arbeit den grundlegenden Zweck, Menschen zu versorgen. Berichterstatterin Özlem Demirel von den Linken sagte: «Wer arbeitet, darf nicht von Armut bedroht sein.»

Schmit betonte, im Kampf gegen Erwerbstätigenarmut müsse auch gegen prekäre Arbeitsformen vorgegangen werden. Die Abgeordneten forderten in ihrem Bericht etwa die schrittweise Abschaffung von Null-Stunden-Verträgen. Auch gegen unfreiwillige Teilzeitarbeit wollen sie vorgehen.

Die Kommission und die Mitgliedstaaten sollen dem Bericht zufolge auch rechtliche Vorgaben für Mindestarbeitsbedingungen etwa für Beschäftigte der Gig-Ökonomie machen. Mit Gig-Ökonomie ist gemeint, dass zeitlich befristete Aufträge an unabhängige Selbständige, Freiberufler oder geringfügig Beschäftigte vergeben werden.

In dem Bericht berücksichtigen die Abgeordneten insbesondere Frauen und Menschen mit Behinderung in ihren Forderungen. So solle es etwa einen verbindlichen Rechtsrahmen für soziale Sicherheit, Mindestlöhne und Nichtdiskriminierung geben, dem alle Beschäftigungsformen von Menschen mit Behinderungen unterliegen. «Gerade Menschen mit Behinderungen in Werkstätten werden diese Rechte oft verwehrt», sagte Grünen-Parlamentarierin Katrin Langensiepen.

Aus den Reihen der Liberalen und Christdemokraten wurden aber auch Stimmen laut, die forderten, den Fokus nicht nur auf die Arbeitskräfte zu legen. Der Kampf gegen Armut könne nur im Zusammenspiel wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure gelingen, sagte die Liberale Atidzhe Alieva-Veli. Und Christdemokrat Tomas Zdechovsky forderte, die Staatengemeinschaft solle sich auch mit Wachstum und Unternehmertum gegen Armut einsetzen. Guido Reil von der AfD forderte hingegen weniger Regelungen aus Brüssel. Deren Interventionen hätte nationale Arbeitsmärkte zerstört und zu Erwerbstätigenarmut beigetragen.

Kommentare

Weiterlesen

Endometriose
1 Interaktionen
Hilft das den Frauen?
Trump
«Verrückte Bastarde»

MEHR IN NEWS

Royal Ostern
1 Interaktionen
London
1 Interaktionen
Altdorf
rochers de naye
Wassen UR
polizei symbolbild
1 Interaktionen
Bei Ostereiersuche

MEHR EU

EU Schweiz
83 Interaktionen
Bern
EU-Parlament
2 Interaktionen
Brüssel
EU-Parlament
17 Interaktionen
Brüssel
Schattenflotte Russland
16 Interaktionen
Schattenflotte

MEHR AUS DEUTSCHLAND

Andrea Kiewel
«Handy weg»
x
13 Interaktionen
Durch Schiffsschraube
3 Interaktionen
Wismar
2. Bundesliga
15 Interaktionen
«Da hört es auf»