EU

    EU-Gipfel entscheidet heute über russisches Vermögen

    Maike Lindberg
    Maike Lindberg

    Belgien,

    Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten heute beim EU-Gipfel über eingefrorene russische Gelder für die Ukraine. Belgien blockiert die Entscheidung.

    eu gipfel
    Auf dem EU-Gipfel soll heute die Entscheidung fallen ob und wie eingefrorenes russisches Vermögen für den Schutz der Ukraine eingesetzt werden kann. - keystone

    Beim EU-Gipfel in Brüssel entscheiden die Staats- und Regierungschefs heute über die Nutzung eingefrorener russischer Vermögen. Rund 210 Milliarden Euro liegen in der EU fest, der Grossteil davon in Belgien, berichtet das «ZDF».

    Die EU-Kommission schlägt ein Reparationsdarlehen von bis zu 165 Milliarden Euro für die Ukraine vor. Kiew müsste das Geld nur zurückzahlen, wenn Moskau Reparationszahlungen leistet, so die «Tagesschau».

    EU-Gipfel: Belgien fürchtet russische Vergeltung

    Belgien blockiert den Plan mit Verweis auf rechtliche und finanzielle Risiken. Premier Bart De Wever fürchtet Vergeltungsmassnahmen Russlands gegen belgische Firmen und Bürger, meldet «heute.at».

    Sollte russisches Vermögen für die Verteidigung und den Aufbau der Ukraine eingesetzt werden?

    Rund 185 Milliarden Euro lagern beim Finanzdienstleister Euroclear in Brüssel. De Wever verlangt Garantien und die Beteiligung aller EU-Länder an der Haftung.

    Italien und Ungarn haben Bedenken, Merz macht Druck

    Neben Belgien meldeten auch Italien, Ungarn, Malta und Bulgarien Vorbehalte an. Die vier Länder forderten in einem Brief alternative Optionen zur Ukraine-Unterstützung, schreibt die «taz».

    Österreich sieht rechtliche Fragen, ist aber grundsätzlich nicht gegen die Nutzung der Gelder. Bundeskanzler Christian Stocker vertritt das Land beim Gipfel.

    Bundeskanzler Friedrich Merz appellierte eindringlich an die EU-Staaten, die Freigabe zu beschliessen. Er warnte, ein Scheitern würde die Handlungsfähigkeit der EU über Jahre massiv beschädigen, berichtet das «Handelsblatt».

    Merz betonte, es gehe um die europäische Sicherheit und Souveränität. Das Geld sei notwendig, damit der Ukraine nicht Waffen und Geld ausgehen.

    Vermögen bereits dauerhaft eingefroren

    Die EU hat vergangene Woche bereits den ersten Schritt vollzogen. Das russische Vermögen wurde gegen die Stimmen Ungarns und der Slowakei dauerhaft eingefroren, meldet «PULS 24».

    eu gipfel
    Die europäische Komissions-Chefin Ursula von der Leyen will weiterhin mit harter Hand gegen Russland vorgehen und den nächsten Schritt gehen. - keystone

    Bisher musste diese Regelung alle sechs Monate einstimmig erneuert werden. Der Beschluss erfolgte unter Berufung auf Artikel 122 des EU-Vertrags.

    Qualifizierte Mehrheit als Ausweg

    Die Entscheidung könnte notfalls mit qualifizierter Mehrheit getroffen werden, ohne Einstimmigkeit. EU-Ratspräsident António Costa kündigte an, die Staatschefs notfalls tagelang verhandeln zu lassen, berichtet «news.at».

    Die Ukraine benötigt laut IWF und EU-Kommission bis Ende 2027 Finanzhilfen von 137 Milliarden Euro. Europa will davon zwei Drittel abdecken.

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    Kommentare

    User #5538 (nicht angemeldet)

    Ja, jetzt wieder Geld für 2 weitere Jahre Krieg und Umweltverschmutzung und Vergiftung, geschweige von dem CO2 Ausstoß durch Waffenbau und Kriegsführung. Und wir sollten noch vor 4 Jahren an der Weihnachtsbeleutung Strom sparen welch Irrsinn. Wacht endlich mal auf wo die Reise hingeht. Danke

    User #5196 (nicht angemeldet)

    Und da will tatsächlich noch irgend jemand diesen Unterwerfungsvertrag annehmen?

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