Vor dem Hintergrund des Diesel-Abgasskandals bei Volkswagen hat die Staatsanwaltschaft Hannover ihre Ermittlungen im Fall des Zulieferers Continental ausgeweitet. Wegen des Verdachts auf Beihilfe zum Betrug, Untreue sowie einer möglichen vorsätzlichen Aufsichtspflichtverletzung wird gegen drei frühere Conti-Spitzenmanager ermittelt, wie die Justizbehörde am Donnerstag mitteilte.
Continental AG
10.11.2021, Niedersachsen, Hannover: Bauzäune stehen am Neubau der Konzernzentrale des Automobilzulieferers Continental. Die Continental AG veröffentlicht Geschäftszahlen zum 3. Quartal. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuvor hatte die «Wirtschaftswoche» berichtet.

Continental kommentierte den Vorgang mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab es in der vergangenen Woche Durchsuchungen in der Compliance-Abteilung von Conti sowie in der privaten Wohnung eines Mitarbeiters.

Am Mittwoch seien zudem Unterlagen in einer Kanzlei in Frankfurt sichergestellt worden, die Conti mit einer internen Untersuchung beauftragt habe, hiess es weiter. Die Frage, ob auch Zulieferer von VW etwas von den Dieselmanipulationen gewusst haben könnten, steht bereits seit Jahren im Raum.

Dem Bericht der «Wirtschaftswoche» zufolge richten sich die Ermittlungen nun unter anderem gegen den langjährigen Conti-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer, dessen Abgang der Dax-Konzern am Mittwochabend verkündet hatte. Für eine Stellungnahme dazu war Schäfer am Donnerstag zunächst nicht zu erreichen.

Continental hatte die Trennung damit begründet, dass im Rahmen der Prüfung einer möglichen Mitverantwortung für das Entstehen von «Dieselgate» durch illegale Abschalt-Software «Defizite bei der andauernden Aufklärung» zutage getreten seien.

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