Bevor Merkel und Spahn am Abend mit den Ministerpräsidenten über den weiteren Umgang mit dem Astrazeneca-Impfstoff beraten, zeichnet sich bei der Ständigen Impfkommission eine veränderte Empfehlung ab.
astrazeneca
Drei vorbereitete Spritzen mit dem Corona-Impfstoff AstraZeneca liegen in einer Hausarztpraxis. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca deutet sich eine geänderte Altersempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) an.

Das Präparat soll voraussichtlich nur noch für Menschen über 60 Jahre empfohlen werden.

Das geht aus einem Beschlussentwurf der Stiko hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Auch die «Augsburger Allgemeine» berichtete darüber.

In dem Entwurf heisst es, basierend auf der momentanen Datenlage empfehle die Stiko «im Regelfall» die Impfung mit Astrazeneca «nur Menschen im Alter >60 Jahre». Der Einsatz unterhalb dieser Altersgrenze «bleibt indes nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung möglich», heisst es in dem Beschlussentwurf weiter.

Hintergrund der Diskussionen sind Hirnvenenthrombosen, die zuletzt im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen aufgetreten waren, vorwiegend bei Frauen unter 55. Dazu heisst es in dem Beschlussentwurf: «Obwohl deutlich mehr Frauen betroffen waren, schränkt die Stiko vorsorglich ihre Empfehlung für beide Geschlechter ein.»

Am Abend wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kurzfristig mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca beraten. Das Bundespresseamt kündigte eine Pressekonferenz an - im Anschluss an ein «Informationsgespräch mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder zur weiteren Verwendung des Impfstoffs von Astrazeneca».

Mehr zum Thema:

Angela Merkel Coronavirus