SPD

    Einbürgerungsreform: Laut SPD-Fraktionsvize baldige Einigung

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Ausländer in Deutschland sollen künftig leichter die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten können – so haben es SPD, Grüne und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart. Nun kommt in die Sache wohl Bewegung.

    «Eine Einigung ist zum Greifen nah. Wichtige Detailfragen sind so gut wie geklärt», sagt SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese mit Blick auf die geplante Reform des Staatsbürgerschaftsrechts.
    «Eine Einigung ist zum Greifen nah. Wichtige Detailfragen sind so gut wie geklärt», sagt SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese mit Blick auf die geplante Reform des Staatsbürgerschaftsrechts. - Jörg Carstensen/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die von der Ampel-Koalition geplante Reform des Staatsbürgerschaftsrechts befindet sich aus SPD-Sicht in den letzten Zügen.

    «Eine Einigung ist zum Greifen nah. Wichtige Detailfragen sind so gut wie geklärt», sagte SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese der «Rheinischen Post».

    Nach seinen Angaben würden Menschen von der Einbürgerung ausgeschlossen, denen antisemitische, rassistische, fremdenfeindliche oder menschenverachtende Delikte nachgewiesen worden seien. «Nur wer unsere Werteordnung achtet, kann die Staatsangehörigkeit bekommen», sagte der Innenexperte.

    Katalog mit Ausschlussgründen

    Der Katalog an Abfragen für eine Einbürgerung solle um die beschriebenen Straftaten erweitertet werden. Dazu müssten Staatsanwaltschaften und Staatsangehörigkeitsbehörden besser zusammenarbeiten. Demnach sollen auch die Ausschlussgründe Mehr-Ehe und Ablehnung der Gleichberechtigung von Mann und Frau neu geschaffen werden.

    Darüber hinaus werde man am Grundsatz festhalten, dass keiner eingebürgert werde, der auf Transferleistungen angewiesen sei. Allerdings werde es Regelungen für Härtefälle geben. «Ich denke da an eine alleinerziehende Mutter», sagte Wiese. Wie geplant wolle man die Möglichkeit der Einbürgerung für gut integrierte Menschen von acht auf fünf Jahre Aufenthalt verringern. «Gut integriert bedeutet: dass sie deutsch sprechen, den Lebensunterhalt für sich und ihre Angehörigen bezahlen können, sich zum Grundgesetz bekennen und natürlich nicht straffällig geworden sind», erläuterte der SPD-Politiker.

    Vereinfachte doppelte Staatsbürgerschaft

    Zudem erleichtere man die doppelte Staatsbürgerschaft. Der Grundsatz der Vermeidung von Mehrstaatigkeit soll aufgegeben werden. Die Einbürgerung für Angehörige der sogenannten Gastarbeitergeneration werde durch Absenkung des nachzuweisenden Sprachniveaus einfacher werden, sagte Wiese. Die FDP hatte zuletzt auf Erleichterungen bei deutschen Sprachkenntnissen für ältere Menschen gedrungen, die vor langer Zeit nach Deutschland kamen, hier gearbeitet und Steuern gezahlt haben.

    SPD, Grüne und FDP hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass Ausländer in Deutschland leichter eine deutsche Staatsangehörigkeit erhalten können. Der Entwurf von Innenministerin Nancy Faeser (SPD) sah vor, Ausländern ab dem 67. Lebensjahr künftig ohne Einbürgerungstest und schriftliche Deutsch-Prüfung den Weg zum deutschen Pass zu ebnen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    deutsche bahn
    411 Interaktionen
    6 Min. reichen
    Raffaella Strähl
    22 Interaktionen
    Kemmental TG

    MEHR IN NEWS

    Schlafstörungen
    1 Interaktionen
    Deutliche Zunahme
    waffen
    1 Interaktionen
    Remscheid/Wuppertal
    Putin
    84 Interaktionen
    «Wir sind bereit»
    5 Interaktionen
    Kloten ZH

    MEHR SPD

    Boris Pistorius Kandidatur
    13 Interaktionen
    Absage
    spd
    4 Interaktionen
    Bas-Rücktritt
    Bärbel Bas
    29 Interaktionen
    Berlin
    Grüne Berlin
    4 Interaktionen
    Für Sondierungen

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Mauro Lustrinelli Béla Réthy
    33 Interaktionen
    Union im Elend
    5 Interaktionen
    Lörrach
    ÖSV
    5 Interaktionen
    Ski-Erzrivale