Ehemaliger «Kräutergarten» wird Teil von KZ-Gedenkstätte
Der berüchtigte «Kräutergarten» des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau bei München soll Teil der KZ-Gedenkstätte und somit Besuchern zugänglich gemacht werden. Das hat das bayerische Kabinett beschlossen. Diese und weitere Massnahmen sollen dazu beitragen, den Kampf gegen Antisemitismus und jede Form von Extremismus zu stärken.

Auf dem verharmlosend «Kräutergarten» genannten Gelände betrieb die SS eine Versuchsgüteranstalt, in der KZ-Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen worden waren. Unter den Häftlingen war der Ort besonders gefürchtet und unter dem Namen «Plantage» bekannt. Die Umstände wurden unter anderem durch einen Dokumentarfilm bekannt, der sich mit dem Schicksal des KZ-Häftlings und Priesters Korbinian Aigner beschäftigt.
Das Bundesland Bayern übernimmt laut Kabinettsbeschluss die Kosten für die notwendige Altlastensanierung sowie erste Massnahmen zur erinnerungskulturellen Erschliessung. Geplant seien unter anderem ein Besucherrundweg und Informationsangebote am historischen Ort.
«Seit vielen Jahren setzen wir uns kontinuierlich dafür ein, dass der historisch belastete Ort Kräutergarten mit seinen eindrücklichen Relikten angemessen erschlossen und in die pädagogische Arbeit der KZ-Gedenkstätte Dachau einbezogen wird», sagte der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller. «Nun gibt es eine klare Perspektive für die weitere Umsetzung.»










