Echter Hund schlägt Plüschtier bei therapeutischer Wirkung

DPA
DPA

Basel,

Hundebesitzer wissen, dass die Nähe ihres Haustiers Balsam für die Seele sein kann. Kann ein Plüschtier ähnlich wirken? Forschende aus Basel haben das untersucht.

Hundebesitzer wissen, dass die Nähe ihres Haustiers Balsam für die Seele sein kann. Kann ein Plüschtier ähnlich wirken?
Hundebesitzer wissen, dass die Nähe ihres Haustiers Balsam für die Seele sein kann. Kann ein Plüschtier ähnlich wirken? - Julian Stratenschulte/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Streicheln eines Hundes löst in bestimmten Gehirnbereichen deutlich stärkere Reaktionen aus als das Streicheln eines Plüschtiers.

Betroffen sei der präfrontale Kortex, der zur Regulierung und Verarbeitung sozialer und emotionaler Interaktionen beitrage, berichten Forschende der Universität Basel zu Ergebnissen einer kleinen Studie.

Das zeige, dass in Therapien etwa zur Verringerung von Stress und Depressionen echte Tiere nicht ohne Weiteres durch künstliche Tiere ersetzt werden könnten, schreibt das Team um die Psychologin Rahel Marti in der Fachzeitschrift «PLOS ONE».

Die Wissenschaftler hatten die Hirntätigkeit von 19 Männern und Frauen gemessen, wenn diese einen echten Hund oder einen ähnlich grossen Plüschlöwen entweder ansahen, an ihre Beine kuschelten oder streichelten. Das Plüschtier hatte dabei eine gefüllte Wärmflasche im Bauch, um ungefähr die selbe Temperatur wie der Hund zu haben.

Hirnaktivität bei echtem Hund höher

Wie sich zeigte, stieg die Hirnaktivität in dem Areal zwar sowohl beim Umgang mit dem echten wie auch dem Plüschtier, beim Hund aber deutlich stärker. Besonders gross war der Unterschied beim intensivsten Kontakt, dem Streicheln. Bei jedem weiteren Kontakt mit dem echten Hund stieg die Hirntätigkeit weiter an - nicht aber bei weiteren Kontakten mit dem Plüschtier.

Das könne mit dem Aufbau einer sozialen Bindung zum echten Tier zu tun haben, vermuten Marti und Kollegen. Zwischen männlichen und weiblichen Studienteilnehmern gab es demnach keine deutlichen Unterschiede bei der Hirnaktivität.

Die höhere Hirnaktivität hielt nach dem Kontakt mit einem Hund noch an, wenn dieser schon nicht mehr da war. Bei den Plüschtieren war dieser Effekt geringer.

Interaktion mit Hund senkt Stressparameter

Die Studie zeige, dass «Interaktionen mit einem Hund möglicherweise mehr Aufmerksamkeitsprozesse aktivieren und eine stärkere emotionale Erregung hervorrufen als vergleichbare nicht-lebende Reize», so die Autorinnen und Autoren. Die Ergebnisse müssten allerdings erst in grösseren Analysen bestätigt werden, sie seien unter anderem wegen der geringen Probandenzahl zunächst mit Vorsicht zu interpretieren.

Mehrere Studien haben zuvor bereits gezeigt, dass eine positive Interaktion mit einem Hund Stressparameter wie Blutdruck, Herzfrequenz und Cortisolspiegel senkt. Zudem werden Neurochemikalien wie Oxytocin ausgeschüttet, die mit Bindung oder Zugehörigkeit in Verbindung stehen. Den Forschenden um Marti zufolge sind Hunde die am häufigsten bei tiergestützten Therapien verwendeten Tiere.

Kommentare

Weiterlesen

baden
208 Interaktionen
Kaum Regen
Sonnenfinsternis
11 Interaktionen
Diese Woche

MEHR HUND

Hund Russland Tod Kind
20 Interaktionen
Muolen SG
Vatikan
16 Interaktionen
Erzbischof Gänswein
12 Interaktionen
Tier biss zu
Cannabis Hund
63 Interaktionen
Auf Wanderung

MEHR AUS STADT BASEL

Lichtsteiner FCB FC Thun
42 Interaktionen
4:2 gegen Thun
Daniliuc FCB
42 Interaktionen
Thun besiegt
de
4 Interaktionen
Geht doch
Christine Staehelin
31 Interaktionen
Schule