Seit Tagen redet Grossbritannien über Gewalt gegen Frauen. Der Fall der getöteten Sarah Everard hat die Debatte neu entfacht. Gleichzeitig geht die Gewalt weiter - wieder sind Frauen die Opfer.
Zwei Frauen schauen sich die Blumen an, die für die getötete Sarah Everard im Clapham Common Park in London niedergelegt wurden. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa
Zwei Frauen schauen sich die Blumen an, die für die getötete Sarah Everard im Clapham Common Park in London niedergelegt wurden. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Mitten in der Sicherheitsdebatte in Grossbritannien hat der gewaltsame Tod von zwei Frauen in Nordirland neue Schlagzeilen gemacht.

Die Polizei nahm dort am Samstag Ermittlungen wegen Mordes auf, nachdem Einsatzkräfte einen Mann tödlich verletzt und seine Mutter und Freundin tot aufgefunden hatten.

Die Leichen waren am späten Freitagabend an zwei verschiedenen Adressen der nordirischen Stadt Newtownabbey in der Nähe von Belfast entdeckt worden. Ersten Erkenntnissen zufolge soll der Mann die Frauen erstochen und sich dann selbst tödlich verletzt haben. Die Einsatzkräfte trafen den mutmasslichen Täter bewusstlos an und versuchten, ihn wiederzubeleben - jedoch vergebens. Man gehe nicht davon aus, dass weitere Personen in den Fall involviert seien, hiess es von der Polizei.

Der nordirische Abgeordnete von der Partei Sinn Fein, John Finucane, sagte: «Diese brutalen Morde zeigen uns einmal mehr, dass wir Gewalt gegen Frauen verurteilen müssen und hier im Norden eine Strategie brauchen, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen.»

In Grossbritannien ist nach dem Mord an der 33 Jahre alten Sarah Everard, die im Süden von London mutmasslich von einem Polizisten entführt und danach getötet wurde, eine Debatte über die Sicherheit von Frauen entbrannt. Tausende protestierten gegen Gewalt und sexuelle Belästigung und teilten in sozialen Netzwerken ihre Erfahrungen. Bei einer Spendenaktion sind ausserdem mehr als 500.000 Pfund (umgerechnet rund mehr als 580.000 Euro) eingesammelt worden, die Frauenrechtsorganisationen zugute kommen sollen.

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