DIW: Deutschland kann Winter ohne russisches Gas schaffen

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    Laut Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) könnte Deutschland noch in diesem Jahr auf Gas aus Russland verzichten. Ohne Einsparungen auch im privaten Bereich ginge es aber nicht.

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    Ein Manometer zeigt den Druck im Erdgasnetz an. - Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Deutschland könnte nach Darstellung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) schon im laufenden Jahr ohne russisches Erdgas auskommen.

    Dafür müssten aber viel Energie eingespart und die Gaslieferungen aus anderen Ländern so weit wie technisch möglich ausgeweitet werden, wie das Institut am Freitag mitteilte.

    Der Anteil russischer Lieferungen beim Gas ist nach jüngsten Angaben der Bundesregierung inzwischen auf gut 40 Prozent gesunken - nach zuvor etwa 55 Prozent. Das DIW hat verschiedene Szenarien durchgerechnet, wie es ohne diese Lieferungen gehen könnte.

    Danach könnte mehr Flüssiggas aus Norwegen und den Niederlanden sowie über Terminals der Nachbarländer bezogen werden. Zudem könnten schwimmende Terminals für Flüssigerdgas an der deutschen Küste genutzt werden. Deutschland könne über virtuellen Handel auch mit Terminals in Südeuropa verbunden werden. Feste Terminals seien für Deutschland jedoch nicht sinnvoll, hob das Institut hervor. Ihr Bau dauere zu lange, zudem sinke mittelfristig der Erdgasbedarf.

    Einsparungen notwendig

    Das DIW hält grosse Einsparungen für notwendig, 18 bis 26 Prozent weniger Erdgasverbrauch seien möglich. Privathaushalte sollten etwa weniger stark heizen als gewohnt und weniger Warmwasser verbrauchen, die Industrie Wärme mit Strom, Kohle oder Biomasse erzeugen. Die Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass die Industrie ihren Erdgasverbrauch um bis zu einem Drittel senken kann. Dabei würde die Produktion allerdings vorübergehend deutlich sinken. Für stark betroffene Unternehmen und einkommensschwache Haushalte müsse es finanzielle Hilfen geben, hiess es.

    «Wenn das deutsche Energiesystem schnell angepasst wird, könnte im Lauf des Jahres 2022 der Wegfall russischer Erdgasexporte kompensiert und die Energieversorgung im kommenden Winter gesichert werden», fasst das Institut zusammen. Dafür sei es auch notwendig, die deutschen Erdgasspeicher wie geplant vor Beginn der Heizperiode zu 80 bis 90 Prozent aufzufüllen.

    Verzicht auf russische Kohle

    Auch die deutschen Kohlenimporteure halten eine Ersetzung russischer Importkohle in den kommenden Monaten weiter für umsetzbar. «Bis zum nächsten Winter sollte der komplette Verzicht auf russische Kohle möglich sein», sagte der Vorstand des Vereins der Kohlenimporteure (VdKi), Stephan Riezler, am Freitag in Berlin laut einer Mitteilung. Es gebe einen gut funktionierenden Weltmarkt, sagte der VdKi-Vorstandschef Alexander Bethe. Wegen der Umstellung von Warenströmen und Knappheiten bestimmter Steinkohle-Qualitäten wird es nach Einschätzung des VdKi kurzfristig zu Preissteigerungen kommen. Das von der EU am Donnerstag beschlossene Kohleembargo komme für den Verband «wenig überraschend».

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