Deutschland: Prozess gegen Ex-Minister wegen Maut-Debakels

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Deutschland,

Der frühere deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer soll sich wegen des Vorwurfs einer Falschaussage im Zusammenhang mit einer gescheiterten Pkw-Maut vor Gericht verantworten.

Andreas Scheuer
Der deutsche Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer steht vor Gericht. - keystone

Das Landgericht Berlin hat eine entsprechende Anklage zugelassen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft dem 51-Jährigen vor, vor dem Maut-Untersuchungsausschuss des Bundestags gelogen zu haben. Mitangeklagt ist der ehemalige Staatssekretär Gerhard Schulz.

Der ehemalige Minister von der bayerischen christdemokratischen Partei CSU weist den Vorwurf zurück. Sein Mandant trete dem Vorwurf «nachdrücklich entgegen», erklärte sein Rechtsanwalt Daniel Krause im August, als die Anklage bekannt wurde. Auch der frühere Staatssekretär bestreitet den Vorwurf nach übereinstimmenden Angaben von Verteidigung und Staatsanwaltschaft.

Wann der Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer beginnt, ist noch offen. Das Gericht ist dazu mit den Beteiligten noch in der Absprache, wie die Gerichtssprecherin mitteilte.

Die Pkw-Maut – ein Prestigeprojekt der CSU in der damaligen deutschen Regierung, einer Koalition der christdemokratischen Union (CDU und CSU) mit der sozialdemokratischen SPD unter der damaligen Kanzlerin Angela Merkel – war im Juni 2019 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) als rechtswidrig gestoppt worden. Ein Untersuchungsausschuss hatte sich danach mit möglichen Fehlern Scheuers befasst.

Der Ausschuss hatte im Dezember 2019 seine Arbeit aufgenommen und diese im Sommer 2021 abgeschlossen. In der Kritik stand vor allem, dass Scheuer Betreiberverträge zur Pkw-Maut schon Ende 2018 abschloss, noch bevor endgültige Rechtssicherheit beim EuGH bestand.

Laut Anklage sollen Scheuer und Schulz bei ihrer Befragung in dem Ausschuss «bewusste Falschaussagen» gemacht haben. Auf Fragen Abgeordneter, ob seitens der Betreiber bei einem Treffen am 29. November 2018 angeboten worden sei, die Verträge erst nach der EuGH-Entscheidung zu unterzeichnen, sollen beide «entgegen ihrer tatsächlichen Erinnerung angegeben haben, sich an ein solches Verschiebungsangebot nicht erinnern zu können», so die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Mai 2022 bekanntgegeben, dass sie im April wegen des Verdachts einer Falschaussage im Untersuchungsausschuss des Bundestags ein Ermittlungsverfahren gegen Scheuer sowie den früheren Verkehrsstaatssekretär Schulz eingeleitet hat.

Grundlage waren nach Angaben der Behörde mehrere Strafanzeigen von Privatpersonen. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass Scheuer und Schulz bei einer Zeugenaussage «bewusst wahrheitswidrig» ausgesagt hätten, hiess es damals.

Scheuer hat im April 2024 sein Mandat im Bundestag, dem deutschen Parlament, niedergelegt. Er hat inzwischen eine Beratungsfirma gegründet. Der deutsche Staat musste infolge des Maut-Debakels 243 Millionen Euro (heute rund 222 Millionen Franken) Schadenersatz an die einst vorgesehenen Betreiber zahlen. Das hatte eine Verständigung nach einem Schiedsverfahren ergeben.

Kommentare

User #2560 (nicht angemeldet)

Solange die Parteien an solchen Politiker festhalten die nichts können, wird die afd immer mehr Zulauf gewinnen.

User #6188 (nicht angemeldet)

das ist sicher der doitsche superpolitiker mit herz vernunft und anstand, so wie wir die özdemirs halt kennen.

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