BMW nimmt Gehälter besonders gefragter Fachkräfte ins Visier
BMW verschärft seinen Sparkurs. Laut einem Bericht sollen künftig höher vergütete Arbeitszeitverträge besonders gefragter Fachkräfte auslaufen.

BMW verschärft seinen Sparkurs. Nach Informationen der «WirtschaftsWoche» sollen künftig höher vergütete Arbeitszeitverträge besonders gefragter Fachkräfte auslaufen.
Demnach sollen ab dem 1. April 2027 konzernweit grundsätzlich nur noch 35-Stunden-Verträge gelten. Beschäftigte mit bestehenden 38- oder 40-Stunden-Verträgen müssten nach deren Auslaufen voraussichtlich mit geringeren Gehältern rechnen.
Die geplante Regelung betrifft vor allem besonders qualifizierte und gefragte Fachkräfte. Sie profitieren bislang von einer Regelung mit längerer Arbeitszeit und höherem Gehalt.
Früherer Sparversuch scheiterte
Bereits 2019 hatte BMW einen ähnlichen Schritt unternommen, berichtet die «WirtschaftsWoche». Damals wurde die Arbeitszeit bei mehreren tausend Beschäftigten reduziert, was zu geringeren Einkommen führte.
Rund 6000 Mitarbeiter waren betroffen. Die jährlichen Gehaltseinbussen lagen demnach zwischen 10'000 und 14'000 Euro pro Person.
Insgesamt wollte der Autobauer auf diese Weise knapp 100 Millionen Euro einsparen. Der Betriebsrat kritisierte die Massnahme damals deutlich.
Rückkehr zur 40-Stunden-Woche
2021 machte BMW die Änderungen wieder rückgängig. Laut der «WirtschaftsWoche» führte die reduzierte Arbeitszeit dazu, dass viele Beschäftigte Überstunden anhäuften.
Der Konzern bereitete deshalb eine generelle Rückkehr zur 40-Stunden-Woche vor. Damit sollten Kapazitäten erhöht und die zusätzliche Arbeitsbelastung besser aufgefangen werden.
Die nun geplanten Änderungen sind Teil eines umfassenden Sparprogramms. BMW will der «T-online» zufolge bis Ende 2027 weltweit rund 8000 Arbeitsplätze abbauen.
Freiwillige Abfindungen bei BMW im Mittelpunkt
BMW-Chef Milan Nedeljkovic sprach laut der «WirtschaftsWoche» bei einer Betriebsversammlung von einer grundlegenden Veränderung der Rahmenbedingungen der Industrie. Er verwies dabei auf Protektionismus und tiefgreifende Veränderungen der Märkte.
Der Stellenabbau soll sich vor allem auf Verwaltung und Entwicklung konzentrieren. Die Produktion in den deutschen Werken soll nach bisherigen Plänen unverändert bleiben.

Dem «Merkur» zufolge setzt BMW in Deutschland auf freiwillige Abfindungen sowie natürliche Fluktuation. Das Programm soll im Oktober 2026 beginnen und bis Ende 2027 laufen.
Modellrechnungen zu möglichen Abfindungen
Die konkreten Konditionen des Abfindungsprogramms stehen bislang nicht fest. Nach Angaben des «Merkur» sollen sich die Angebote vor allem an Einkommen und Betriebszugehörigkeit orientieren.
Die veröffentlichten Berechnungen beruhen auf Modellrechnungen und stellen keine von BMW bestätigten Abfindungshöhen dar. Demnach könnten langjährige Fachkräfte je nach Einkommen und Beschäftigungsdauer Abfindungen von mehr als 100'000 Euro erhalten.
Der Sparkurs ist Teil der geplanten Neuausrichtung von BMW. Der Konzern reagiert damit auf veränderte Marktbedingungen und den steigenden Kostendruck in der Autoindustrie.















