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    Deutsche Welle: Türkei sperrt Internet-Angebote

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Die Deutsche Welle habe nicht die erforderliche Zulassung. Mit dieser Begründung sperrt die Türkei nach monatelangen Drohungen die Angebote des Senders.

    Der Name «Deutsche Welle» steht an einer Glasscheibe. (Archivbild). Foto: Marius Becker/dpa
    Der Name «Deutsche Welle» steht an einer Glasscheibe. (Archivbild). Foto: Marius Becker/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Türkei hat nach monatelangen Drohungen die Angebote der Deutschen Welle gesperrt.
    • Dem Land zufolge verfüge der Sender nicht über die erforderliche Zulassung.

    Die Türkei hat die Internetseiten-Angebote der Deutschen Welle (DW) nach monatelangen Drohungen gesperrt. Die Angebote seien seit Donnerstagabend in allen 32 Sendesprachen blockiert, teilte der deutsche Auslandssender am Freitag in Bonn mit.

    Die türkische Rundfunk-Aufsichtsbehörde RTÜK begründete dies damit, dass die Deutsche Welle nicht die erforderliche Zulassung habe. Betroffen ist auch der US-Auslandssender Voice of America. Die sozialen Netzwerke der Sender wie Twitter sind nicht betroffen. Die Deutsche Welle kündigte an, juristisch gegen die Sperre vorzugehen.

    Deutsche Welle: «Lizenzierung ermöglicht Zensur»

    Die Kontrollbehörde hatte von ausländischen Sendern schon vor Monaten verlangt, eine Lizenz für Internetseiten-Angebote zu beantragen. Die DW ging nach eigenen Angaben darauf nicht ein. Der Grund: Eine Lizenzierung hätte «die Zensur von redaktionellen Inhalten durch die türkische Regierung ermöglicht».

    Intendant Peter Limbourg sagte, beispielsweise seien lizenzierte Medien zur Löschung von Online-Inhalten verpflichtet, die die RTÜK für unangemessen erachte. «Das ist für einen unabhängigen Medienanbieter schlicht inakzeptabel.»

    Die Rundfunkbehörde verteidigte die Sperrung als vereinbar mit türkischem Recht. Sobald eine Lizenz beantragt werde, könne ein Gericht die Blockade auch wieder aufheben. Dabei stützt sich die islamisch-konservative Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan auf eine seit 2019 geltende Regelung. Damit wurde eine weitreichende Kontrolle von Internet-Plattformen eingeführt, die Filme, Videos oder Radioinhalte verbreiten.

    Türkische Medien stehen zum Grossteil unter direkter oder indirekter Kontrolle der Regierung. Auch Inhalte im Internet unterliegen starker Regulierung. Im Parlament wird zurzeit ein Gesetzesentwurf diskutiert, der die Verbreitung von angeblichen Falschinformationen unter Strafe stellen soll.

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