Internet-Sicherheit – Polizist: «Nie solche Apps downloaden»
Im Fokus der Veranstaltung «Sicherheit im Alter» im Suhrental Alterszentrum stand kürzlich die Sicherheit am Bankomat, im Internet und am Handy.

Kürzlich lud das Suhrental Alterszentrum in Schöftland AG zu einem Informationsvortrag zum Thema «Sicherheit im Alter» ein.
Wachtmeister Marco Kunz von der Regionalpolizei Zofingen zeigte auf, wie man sich am Bankomat, im Internet, am Smartphone und im Strassenverkehr schützen kann.
«Ziel des heutigen Abends ist, dass Sie kennenlernen, wie die Betrüger vorgehen und Sie auf die Gefahren sensibilisiert werden», erklärte Kunz.
Vorsicht am Bankomat
Beim sogenannten Skimming versuchen Betrüger mit manipulierten Aufsätzen an Bankomaten Kartendaten und PIN-Codes auszulesen. Zum Einsatz kommen etwa gefälschte Tastaturen, Aufsätze am Karteneinzug oder versteckte Minikameras.
Wer Unregelmässigkeiten feststellt oder die Karte nicht mehr herauskommt, sollte nichts mehr eingeben, die Bank informieren und die Karte gegebenenfalls sofort sperren lassen. Der PIN sollte immer vor fremden Blicken geschützt eingegeben werden.
Eine weitere Masche ist die Ablenkung beim Geldbezug. Wird man angesprochen oder steht jemand ungewöhnlich nahe, sollte man Abstand verlangen. Laut Kunz kommt diese Betrugsform am Bankomat allerdings nicht mehr häufig vor.
Im Internet und am Smartphone
Deutlich grösser sei die Gefahr inzwischen am Computer und Smartphone. Eine der bekanntesten Methoden ist Phishing: Betrüger verschicken gefälschte E-Mails, SMS oder erstellen täuschend echte Webseiten, um persönliche Daten abzugreifen. Oft wird dabei Druck aufgebaut: Man müsse sofort reagieren oder ein Problem beheben.
«Schauen Sie den Absender genau an», riet Kunz. Auch Links sollten vor dem Anklicken geprüft werden. Mit dem Mauszeiger lässt sich beispielsweise erkennen, wohin ein Link tatsächlich führt.
Gefälschte Webseiten können dem Original zum Verwechseln ähnlich sehen.
Beim sogenannten Mishing geschieht der Betrug per SMS. Ein vermeintlicher Bankmitarbeiter meldet sich und behauptet, mit dem Konto stimme etwas nicht. Anschliessend wird das Opfer telefonisch unter Druck gesetzt und etwa aufgefordert, eine Fernwartungs-App zu installieren.
«Nie solche Apps downloaden», warnte Kunz.
Liebe, Schnäppchen und falsche Gewinne
Auch beim Romance Scam gehen Betrüger gezielt auf einsame Menschen zu. Über Dating-Plattformen bauen sie über längere Zeit ein Vertrauensverhältnis auf. Ein persönliches Treffen wird immer wieder verschoben, bis plötzlich finanzielle Hilfe verlangt wird.
Zunehmend kommen dabei auch KI-generierte Bilder zum Einsatz. «Liebe braucht kein Geld, Liebe will kein Geld», brachte Kunz die Masche auf den Punkt.
Beim Bestellbetrug wird Ware online bezahlt, aber nie geliefert. Umgekehrt erhalten Verkäufer gefälschte Zahlungsbestätigungen und verschicken die Ware. Bei extrem günstigen Angeboten ist Vorsicht angebracht.
«Am besten und sichersten läuft das Geschäft so: persönlich Ware gegen Bargeld.»

Auch Anlagebetrüger locken mit angeblich riesigen Gewinnen und gefälschten Empfehlungen prominenter Persönlichkeiten. Die Opfer werden zu immer höheren Investitionen gedrängt. Kunz empfiehlt, Anlageberater und Firmen zu überprüfen und sich bei einem Anlagewunsch besser an die eigene Bank zu wenden.
Einfache Regeln schützen
Viele Sicherheitsprobleme entstehen durch vermeidbare Fehler: fehlende Updates, dasselbe (schlechte) Passwort für mehrere Dienste verwenden, fehlende Sperre des Smartphones (keine PIN, Fingerabdruck oder Gesichts-Scan) oder das unbedachte Installieren fremder Apps.
Kunz empfiehlt lange Passwörter mit mindestens zehn Zeichen, Zahlen und Sonderzeichen sowie die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Auch Updates sollten regelmässig installiert werden. Bei älteren Smartphones kann der fehlende Support zum Sicherheitsrisiko werden.
Bauchgefühl und gesunder Menschenverstand
Zum Abschluss fasste Marco Kunz die wichtigsten Empfehlungen zusammen: «Seid wachsam im Internet oder am Handy, vertraut eurem Bauchgefühl, lasst gesunden Menschenverstand walten.»
Nein zu sagen sei nicht unhöflich. Persönliche Daten, Passwörter und Codes sollten niemals an Fremde weitergegeben werden. «Im Zweifelsfall ruft 117 an.»
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Aarauer Nachrichten» erschienen.












