Dank USA-Iran-Krieg: Grösste Öl-Konzerne verdoppeln Gewinne
Der Marktwert der acht grössten Ölkonzerne der Welt steigt auf über drei Billionen Dollar. Grund dafür sind Kriege – Kritiker fordern höhere Steuern.

Das Wichtigste in Kürze
- Globale Ölkonzerne profitieren wirtschaftlich von Kriegen.
- Kritiker wollen diese Ölkonzerne höher besteuern.
- Die UN will Erneuerbare Energien ausbauen.
Acht der grössten Ölkonzerne der Welt haben innerhalb von nur drei Monaten zusammen fast 93 Milliarden US-Dollar Gewinn erzielt. Das geht aus einer Analyse der britischen Zeitung «Guardian» hervor. Umgerechnet entspricht das 75 Milliarden Franken.
Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran liess die Energiepreise deutlich steigen – wovon die Ölkonzerne massiv profitierten.
Gleichzeitig forderten tödliche Hitzewellen weltweit Tausende Menschenleben. Wissenschaftler machen die Verbrennung fossiler Brennstoffe dafür mitverantwortlich.
Der Zusammenhang zwischen den Emissionen der Ölkonzerne und den Hitzewellen wurde laut dem «Guardian» im September letzten Jahres wissenschaftlich belegt.
Drei Billionen Dollar Marktwert
Zu den acht Unternehmen zählen Saudi Aramco, BP, Shell, Equinor, TotalEnergies, Eni, Chevron und ExxonMobil.
Ihr gemeinsamer Marktwert stieg auf über drei Billionen US-Dollar (2,4 Billionen Franken).

BP meldete beispielsweise für das Frühjahrsquartal einen Gewinn von 5,73 Milliarden US-Dollar (4,64 Milliarden Franken). Das ist mehr als doppelt so viel wie in den drei Monaten zuvor.
Auch die US-Konzerne Chevron und ExxonMobil präsentierten starke Quartalszahlen. Chevron erwirtschaftete einen Gewinn von 12,2 Milliarden US-Dollar – mehr als fünfmal so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Kritiker fordert Abgaben auf Kriegsgewinne der Ölbranche
Patrick Galey, Leiter für fossile Brennstoffe bei der Nichtregierungsorganisation «Global Witness», übt scharfe Kritik gegenüber dem «Guardian»: «BPs extrem hohe Gewinne sind eine skandalöse Erinnerung daran, wer dieses Jahr vom menschlichen Elend profitiert hat.»

Waldbrände bedrohten Gemeinden weltweit, die Dürre nehme zu und steigende Energiekosten träfen vor allem gewöhnliche Familien.
Galey fordert ausserdem, die Unternehmen stärker zu besteuern: «Es ist an der Zeit, dass Ölkonzerne zahlen, um den Klimazusammenbruch zu reparieren, den sie verursachen», so Galey.
Hitzewellen und Waldbrände fordern tausende Todesopfer
Während die Gewinne der Ölbranche stiegen, forderte die Klimakrise weltweit Menschenleben. Europa erlebt seine bislang schlimmste Hitzewelle.

Wissenschaftler stufen diese Hitzewelle als ohne den menschengemachten Klimawandel «unmöglich» ein. Schätzungsweise 20'000 Menschen kamen durch die extremen Temperaturen ums Leben.
Die Dürre hat in Europa die Böden ausgetrocknet und die Ernte schwer beschädigt. Mindestens neun Millionen Tonnen Getreide werden voraussichtlich verloren gehen.
Die UN will Erneuerbare Energien ausbauen
UN-Klimachef Simon Stiell mahnt zum Handeln. «Weltweit erreichen klimabedingte Katastrophen Albtraumausmasse», sagt er in einer Erklärung.
Was getan werden muss, sei klar: «Kohle, Öl und Gas schneller hinter sich lassen. Erneuerbare Energien ausbauen und Menschen dort schützen, wo die Auswirkungen bereits am stärksten sind.»


















