Cyberangriff auf Liechtenstein erschüttert sensibles Register
Ein Cyberangriff auf ein sensibles Register in Liechtenstein beschäftigt die Behörden. Betroffen sind rund 31'000 Datensätze.

Bei dem Cyberangriff verschafften sich unbekannte Täter offenbar Zugriff auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen und kopierten zahlreiche Datensätze. Die Informationen gelten als besonders sensibel, weil sie Personen hinter Unternehmen, Stiftungen und Treuhänderschaften zuordnen.
Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte der unbefugte Zugriff in der Nacht auf den 30. Juli. Nach dem Cyberangriff richtete die Regierung einen Krisenstab ein und kündigte an, betroffene Personen rasch zu informieren.
Nach ersten Erkenntnissen gibt es bislang keine Hinweise auf ein bekanntes Tatmotiv oder die Identität der Angreifer. Wie der «Spiegel» berichtet, könnten die abgegriffenen Daten wegen ihres sensiblen Inhalts für Erpressungsversuche missbraucht werden.
Cyberangriff löst weitere Untersuchungen aus
Das betroffene Register dient der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Fürstentum Liechtenstein. Erfasst werden unter anderem wirtschaftlich berechtigte Personen von Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften.
Der Liechtensteinische Bankenverband betonte, dass weder Banken noch Bankkundendaten von dem Vorfall betroffen seien. Auch deutsche Behörden sehen derzeit keine Hinweise auf betroffene deutsche Staatsangehörige.
Die bisherigen Erkenntnisse deuten zudem nicht darauf hin, dass Daten verändert oder gelöscht wurden. Wie «ZDFheute» berichtet, beobachten die zuständigen Behörden die weitere Entwicklung dennoch mit grosser Aufmerksamkeit.
Ermittlungen dauern weiter an
Nach Angaben der Behörden umfassen die abgegriffenen Datensätze unter anderem Personalien, Staatsangehörigkeit und das jeweilige Wohnsitzland der Betroffenen. Nach Bekanntwerden des Angriffs wurde das betroffene System vorsorglich vom Netz genommen.

Bislang liegen weder Hinweise auf Lösegeldforderungen noch auf ein Angebot der Daten im Darknet vor. Die zuständigen Behörden untersuchen weiterhin, wie sich die Täter Zugriff auf das Register verschaffen konnten.
Das Amt für Informatik analysierte den Vorfall gemeinsam mit weiteren Fachstellen und leitete Sicherungsmassnahmen ein. Wie «SRF» berichtet, dauern die Ermittlungen an, während die Information der Betroffenen schrittweise erfolgt.
















