Ceuta stösst bei minderjährigen Migranten an Grenzen
Ceuta kämpft mit der Versorgung unbegleiteter Minderjähriger. Die Behörden fordern dringend Unterstützung aus anderen spanischen Regionen.

Die Aufnahmezentren für unbegleitete Minderjährige in Ceuta sind weit über ihre eigentlichen Kapazitäten hinaus ausgelastet. Rund 1100 Kinder und Jugendliche müssen derzeit unter schwierigen Bedingungen betreut und versorgt werden.
Ceutas Präsident Juan Jesús Vivas bezeichnet die aktuelle Situation als unhaltbar und fordert rasche Unterstützung anderer spanischer Regionen. Zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten fehlen vollständig, wodurch der Druck auf die Einrichtungen täglich weiter wächst.
Auch Hilfsorganisationen warnen vor der starken Überbelegung bestehender Einrichtungen für unbegleitete Minderjährige. «Spiegel» berichtet, dass Ceuta die Lage inzwischen als dringenden Hilferuf an das spanische Festland versteht.
Ceuta sorgt für politischen Streit
Nach spanischem Recht sollen andere Regionen unbegleitete Minderjährige aus besonders belasteten Gebieten übernehmen. Dieses Verfahren stösst jedoch in mehreren Regionen auf erheblichen politischen Widerstand.
Vor allem konservativ regierte Regionen lehnen verpflichtende Aufnahmen weiterer Minderjähriger derzeit ab. Dadurch verzögert sich die Entlastung Ceutas trotz der angespannten humanitären Lage zusätzlich.
Die Verteilung der Minderjährigen entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Konflikt innerhalb Spaniens. «Zeit» zufolge erschwert der Widerstand mehrerer Regionen eine schnelle Umsetzung geplanter Entlastungsmassnahmen.
Hilfsmassnahmen reichen bislang nicht aus
Die spanische Regierung stellte zusätzliche Mittel für die Versorgung unbegleiteter Minderjähriger bereit. Dennoch bleibt die bestehende Infrastruktur nach Einschätzung der Behörden deutlich überlastet.

Viele Kinder schlafen weiterhin im Freien und warten auf Betreuung oder ihre offizielle Registrierung durch die zuständigen Behörden. Gleichzeitig prüfen die Behörden mögliche Familienzusammenführungen mit Angehörigen in den jeweiligen Herkunftsländern.
Die Zahl der betreuten Minderjährigen könnte nach Einschätzung der Behörden weiter steigen und neue Herausforderungen verursachen. «Euronews» berichtet zudem über Massnahmen zur Registrierung Vermisster und Unterstützung betroffener Familien.












