Werner Herzog erhält Ehrenpreis «Donostia» und warnt vor KI

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Spanien,

Der deutsche Regisseur Werner Herzog («Fitzcarraldo») ist zum Auftakt des Filmfestivals von San Sebastián mit dem Ehrenpreis der traditionsreichen Veranstaltung ausgezeichnet worden. Er erhielt den «Premio Donostia» von Hollywoodstar Orlando Bloom überreicht.

In der baskischen Küstenmetropole San Sebastián findet das wichtigste Filmfestival Spaniens statt. Werner Herzog erhielt zum Auftakt den «Premio Donostia».
In der baskischen Küstenmetropole San Sebastián findet das wichtigste Filmfestival Spaniens statt. Werner Herzog erhielt zum Auftakt den «Premio Donostia». - KEYSTONE/EPA/Javier Etxezarreta

Bloom, der in Herzogs neuem Film «Bucking Fastard» die Hauptrolle spielt, nannte den 84-Jährigen auf der Zeremonie «eine aussergewöhnliche Naturgewalt». Sichtlich bewegt vom langanhaltenden Beifall des Publikums betonte Herzog in seiner Dankesrede seine Verbindung zum Baskenland und erzählte unter anderem von einer früheren Wanderung über die Pyrenäen. Der Regisseur erhielt den Preis bei der Eröffnung der 74. Ausgabe des Festivals in der nordspanischen Küstenstadt.

Zuvor hatte er auf einer Pressekonferenz in San Sebastián die junge Generation vor einem von Algorithmen bestimmten Leben und vor den möglichen Folgen der Künstlichen Intelligenz (KI) gewarnt. «Wir müssen unsere Seelen gegen all die Angriffe von aussen verteidigen, die versuchen, unsere Seelen zu besetzen», sagte er. Auch beim Thema KI sei «höchste Wachsamkeit» geboten. «Seid jetzt sehr vorsichtig mit der KI, die Sache wird sehr schwierig werden», warnte er.

Mit 84 denkt Herzog nicht ans Aufhören

Den Ehrenpreis wollte der Regisseur nach eigenen Worten nicht zum Anlass nehmen, auf seine Karriere zurückzublicken. Dafür habe er noch zu viel zu tun. «Das Einzige, was ich mir mit diesem Preis erlaube, ist ein Blick zurück auf die Liste der Menschen, die ihn vor mir erhalten haben», sagte Herzog. Er sehe nun, dass er zu einer Gruppe grosser Künstler, Schauspieler und Regisseure gehöre.

Trotz seiner 84 Jahre denkt Herzog noch lange nicht ans Aufhören. In drei Tagen werde er seinen neuen Film fertigstellen, sagte er. Zudem arbeite er an zwei Büchern. Als «Workaholic» wolle er sich dennoch nicht bezeichnen: «Ich arbeite nicht wild, ich mache es mit Leichtigkeit.»

Fatih Akins neuer Streifen «Geister» feiert Weltpremiere

Das Festival dauert bis zum 26. September. Neben Herzog wird dieses Jahr auch die britisch-australische Schauspielerin Naomi Watts am Samstag den «Premio Donostia» erhalten. Zu den internationalen Stars, die in der baskischen Küstenstadt erwartet werden, gehören unter anderem auch Brad Pitt, Marion Cotillard, Penélope Cruz, Orlando Bloom, Rami Malek und Jeremy Irons.

Im Wettbewerb um den Hauptpreis konkurrieren insgesamt 17 Filme. Darunter auch «Geister», der neue Streifen des Hamburger Regisseurs, Autors und Produzenten Fatih Akin. Der Film feierte am Abend in San Sebastián Weltpremiere und eröffnete das Festival. Den Vorsitz der Jury hat der US-Regisseur Ira Sachs. Im Wettbewerb laufen unter anderem neue Werke von Jesse Eisenberg, Nicole Garcia, Mike Leigh und Pablo Larraín.

Das «Festival Internacional de Cine de San Sebastián» ist das wichtigste Filmfestival Spaniens. Grössen des Filmgeschäfts wie Alfred Hitchcock, Bette Davis und Lana Turner waren zu Gast in der malerischen Stadt am Atlantik. Der Hauptpreis, die «Goldene Muschel», ist nach der Form der Bucht benannt, an der die baskische Metropole liegt.

Kommentare

User #2325 (nicht angemeldet)

Ich lese den Tages-Anzeiger immer mit werner Herzogs Stimme im Kopf und das ist sehr lustig und passt, woe die Faust aufs Auge.

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