Bub (4) isst Rohmilchkäse – neun Jahre später ist er tot
Ein 13-Jähriger aus Italien ist nach neun Jahren im Koma an den Folgen einer E.-coli-Vergiftung gestorben. Mit vier Jahren hatte er Rohmilchkäse gegessen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein 13-jähriger Teenager aus Italien ist an den Folgen des Verzehrs von Rohmilchkäse gestorben.
- Mit vier Jahren hatte er den Käse gegessen und lag daraufhin neun Jahre im Koma.
- Der Vater des Buben will nun zivilrechtlich gegen die Verantwortlichen vorgehen.
Ein 13-jähriger Bub aus der italienischen Region Trentino ist nach neun Jahren im Wachkoma gestorben. Mattia M. lag seit 2017 im Koma. Auslöser war ein kontaminierter Rohmilchkäse, den er als Vierjähriger gegessen hatte.
Sein Vater Giovanni Battista M. bestätigte den Tod gegenüber der italienischen Zeitung aus Trentino-Südtirol «Il T».

Er erklärte: «Unser Mattia hat uns verlassen.» Das Herz seines Sohnes hörte nach neun Jahren auf zu schlagen. Der Fall hatte in Italien und weit darüber hinaus grosse Betroffenheit ausgelöst.
Der Käse, den Mattia als Vierjähriger gegessen hatte, stammte laut dem Sender «Rai» aus einer Molkerei im Südtiroler Nonstal. Er war mit Escherichia-coli-Bakterien (E. coli) belastet.
Dabei handelt es sich um Keime, die natürlicherweise im Darm vorkommen, in bestimmten Varianten jedoch gefährlich werden können.
Bakterien lösten schwere Erkrankung bei Mattia aus
Nach dem Verzehr des Käses entwickelte Mattia ein sogenanntes hämolytisch-urämisches Syndrom. Dabei handelt es sich um eine seltene Erkrankung, die die Endothelzellen angreift. Diese Zellen kleiden die Innenwände von Blutgefässen aus.
Die Folge kann unter anderem Nierenversagen sein. Genau das traf den damals Vierjährigen. Sein Körper erholte sich nie vollständig – er fiel ins Wachkoma.
Nach der Infektion verurteilte ein italienisches Gericht zwei Betriebsleiter eines Milchviehbetriebs wegen fahrlässiger Körperverletzung. Für die Familie war das Urteil jedoch kein Abschluss.
Noch im April dieses Jahres kündigte der Vater gegenüber «Il T» an, auch auf dem Zivilrechtsweg gegen die Verantwortlichen vorzugehen.
Giovanni Battista M. forderte zudem eine bessere Kennzeichnung von Rohmilchprodukten. Er wolle verhindern, dass anderen Familien dasselbe passiert. Der Vater kämpfte nicht nur jahrelang um das Leben seines Sohnes, sondern auch für mehr Transparenz bei Lebensmitteln.
Rohmilch birgt Risiken für Konsumenten
Rohmilch ist Milch, die nach dem Melken lediglich gefiltert und gekühlt wird. Sie wird nicht erhitzt. Dadurch können Keime wie Bakterien oder Viren in der Milch überleben.
Produkte aus Rohmilch – etwa bestimmte Käsesorten – können deshalb krankheitserregende Keime enthalten. In der Schweiz muss Rohmilch vor dem Verkauf auf mindestens 70 Grad erhitzt werden.
Zu den bekanntesten Rohmilchkäsen zählen unter anderem Gruyère, Appenzeller, und Brie de Meaux.





















